Alle Doof!

…Außer uns! So steht es freilich abge­wan­delt auf dem Wahlkampf -Flyer der „neue linken“ Weimars: Vier gelun­gene, fies böse schwarzweiß-Kar­rika­turen dampfen die wichtig­sten OB-Kan­di­daten auf den jew­eili­gen Kern­satz ein. Und bügeln sie pauschal ab. In nerdi­ger Pri­maten­sprache. Das soll mutwillig infan­til klin­gen.

Hier die User -Beispiele:
Meyer doof, weil ökol­o­gisch asozial. Kranz doof, weil generell asozial. P. Irat lei­der nicht vorhan­den. Schade. Deshalb auch nur eine Fan­tasie -Weich­birne mit Augen­klappe. Bleibt noch Ste­fan Wolf. Der trägt zwar einen uncoolen Ober­lip­pen­bart. Ist dafür aber am sozial­sten. User Urteil: Voll Undoof! Das musste mal gesagt wer­den. Und hat dem amtieren­den OB wohl in der ersten Runde genutzt.

Ein Kan­di­dat fehlte allerd­ings im Flyer der „neuen linken“:

Mario Finkbeiner. Warum er sich den Wahlkampf über­haupt ange­tan hat, wird wohl ewiges Geheim­nis bleiben. Die Ver­bun­den­heit zur Heimat­stadt? Ein gefühlter Gespräch­ster­min, ein paar Auf­steller in und um Weimar waren ihm die Sache immer­hin wert. Die sahen aus wie selbst gemacht. Verse­hen mit seinem bemützten schwarzweiss -Porträt. Betont offen und locker. Vielle­icht bleibt das am meis­ten hän­gen.

Apro­pos Bilder: Die größten Wahlkampf -Min­i­mal­is­ten kamen dies­mal aus der FDP: Die verkün­de­ten flockig unbe­bildert den kle­in­sten gemein­samen Nen­ner: „Wählen gehen!“ Und ganz klein..“auch uns kann man wählen!“ Das ist außeror­dentlich schrill, weil unerr­e­ich­bar selb­stiro­nisch.

Fazit: Im diesjähri­gen OB –Wahlkampf sind alle Kan­di­daten zur visuellen Hochform aufge­laufen. Was aus­ge­sprochen unter­halt­sam war.
Inklu­sive Anti-Plakat mit grü­nen Farbflecken und viel­sagen­dem Text des franzö­sis­chen Autoren André Mal­raux:

„In der Poli­tik ist es man­chaml wie in der Gram­matik: Ein Fehler, den alle bege­hen, wird schließlich als Regel anerkannt“. Wie wahr.