Von Claus Bach, 25. April 2012, 11:52 Uhr

…Außer uns! So steht es freilich abgewandelt auf dem Wahlkampf -Flyer der „neue linken“ Weimars: Vier gelungene, fies böse schwarzweiß-Karrikaturen dampfen die wichtigsten OB-Kandidaten auf den jeweiligen Kernsatz ein. Und bügeln sie pauschal ab. In nerdiger Primatensprache. Das soll mutwillig infantil klingen.

Hier die User -Beispiele:
Meyer doof, weil ökologisch asozial. Kranz doof, weil generell asozial. P. Irat leider nicht vorhanden. Schade. Deshalb auch nur eine Fantasie -Weichbirne mit Augenklappe. Bleibt noch Stefan Wolf. Der trägt zwar einen uncoolen Oberlippenbart. Ist dafür aber am sozialsten. User Urteil: Voll Undoof! Das musste mal gesagt werden. Und hat dem amtierenden OB wohl in der ersten Runde genutzt.

Ein Kandidat fehlte allerdings im Flyer der „neuen linken“:

Mario Finkbeiner. Warum er sich den Wahlkampf überhaupt angetan hat, wird wohl ewiges Geheimnis bleiben. Die Verbundenheit zur Heimatstadt? Ein gefühlter Gesprächstermin, ein paar Aufsteller in und um Weimar waren ihm die Sache immerhin wert. Die sahen aus wie selbst gemacht. Versehen mit seinem bemützten schwarzweiss -Porträt. Betont offen und locker. Vielleicht bleibt das am meisten hängen.

Apropos Bilder: Die größten Wahlkampf -Minimalisten kamen diesmal aus der FDP: Die verkündeten flockig unbebildert den kleinsten gemeinsamen Nenner: „Wählen gehen!“ Und ganz klein..“auch uns kann man wählen!“ Das ist außerordentlich schrill, weil unerreichbar selbstironisch.

Fazit: Im diesjährigen OB –Wahlkampf sind alle Kandidaten zur visuellen Hochform aufgelaufen. Was ausgesprochen unterhaltsam war.
Inklusive Anti-Plakat mit grünen Farbflecken und vielsagendem Text des französischen Autoren André Malraux:

„In der Politik ist es manchaml wie in der Grammatik: Ein Fehler, den alle begehen, wird schließlich als Regel anerkannt“. Wie wahr.