Von Claus Bach, 16. April 2014, 11:05 Uhr

„Die Livecam auf dem Dach der Hotelpension am Goethehaus ermöglicht einen einmaligen Blick auf das Goethe-Wohnhaus in Weimar.“
Das ist auf der Weimarer Seite von Wetter.com neben genanntem Livestream zu lesen.
In einem Winkel von etwa 180 Grad erfasst die Webcam das kleine Zentrum der Klassikerstadt. In Endlosschleife schwenkt sie zwischen der Ecke Frauentorstraße und dem Wohnhaus des Dichterfürsten. So lässt sich das Alltagsgeschehen vor Ort in Echtzeit beobachten.

Diverse Fußgänger, Fahrradfahrer und Lieferwagen bewegen sich über das Areal. Taxifahrer warten auf Kundschaft.
Ab und zu verirren sich Autos, die am oberen Ende des abgesperrten Frauenplans wenden müssen.
Die ansässigen Geschäfte sind seit etwa einer Stunde ohne erkennbaren Publikumsverkehr geöffnet.
Besuchergruppen sind noch nicht auszumachen. Dafür taucht eine erste Touristen – Pferdekutsche auf.
Ein Polizei – PKW dreht routiniert seine kleine Runde vor dem Goethehaus.
Das hat mittlerweile der fünfte Lieferwagen passiert. Meistens sind es die gängigen Paketdienste.
Mit fortschreitender Zeit nimmt die Anzahl der Passanten entlang der Grünfläche des Frauenplans zu.
Sämtliche Plätze vor den Restaurants sind bei den niedrigen Außentemperaturen unbesetzt.

Nichts passiert. So könnte ein moderierter Bericht über das Zeitgeschehen im Herzen der Kleinstadt beginnen.

Dabei hat die Livecam am Frauenplan jene Geschwindigkeit verinnerlicht, die dem berüchtigten Rhytmus der Stadt entspricht.

Langsamkeit und mutwillige Entschleunigung.

Die einen genießen es, die anderen hassen es.
So erzählt die kleine weiße Kamera knapp unter dem Dach der Hotelpension mehr als beabsichtigt.
Freilich gäbe sie auch einen prima Bildschirmschoner ab. Oder ein Beruhigungsmedium für gestresste Zeitgenossen und Genossinnen.

Mit anderen Worten:
Der Endlos – Film der Livecam am Frauenplan hat das Zeug zur Visuellen Homöopathie.

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