Von Claus Bach, 12. Juni 2013, 11:05 Uhr

Dieses ziemlich unpopuläre Wort benutzten kürzlich die Mitglieder der FDP – Jungliberalen, schlicht JuLis genannt. Gedacht war es für den allerneuesten Pressesprecher des SPD Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Der heißt Rolf Kleine und entstammt ursprünglich dem Hauptstadtbüro der Bild-Zeitung.
Eigentlich sollte er die verbalen Rempeleien des Kanzlerkandidaten in ihrer medialen Nachwirkung bereinigen.
Keine Ahnung, wie das ausgerechnet ein ehemaliger Bild -Journalist hinkriegen soll. Aber vielleicht ist das nur altes Journalistenklischee.

Doch schneller als gedacht hat sich nun diese Aufgabe ins Gegenteil verkehrt:
Der beauftragte Bereiniger ist selbst zum Verursacher geworden.

Auf seiner Facebook – Pinnwand hatte er das Foto eines greisen vietnamesischen Ministers in ordensbehangener Uniform gepostet und es mit einem vermeintlich lustigen Kommentar versehen:
„Die FDP ist wieder da!“ tippte er darunter. In süffisanter Anspielung auf die Herkunft ihres Bundesvorsitzenden Philpp Rösler.

Das sollte natürlich ein provokanter Kommentar im Vorfeld des anstehenden Landtagswahlkampfes in Niedersachsen sein.

So schnell wird dann mal der Bock zum Gärtner. Denn die betroffenene Zielscheibe des Spotts will freilich gleich den Kopf des frischen Pressesprechers rollen sehen.

In eigener Sache muss Rolf Kleine nun selbst für mediale Schadensbegrenzung sorgen:
Er kenne sich mit Computern halt nicht so richtig aus, ist zuerst von ihm zu hören. Warum glaubt man das einem langjährigen Journalisten nicht wirklich?
Und dann: Versehentlich hätte er sein Facebook-Profil öffentlich geschaltet. Anstelle nur für seine Freunde. Also eine kleine, aber feine verhängnisvolle Schlamperei.
Aha. Das ist freilich schon des Öfteren passiert.

Allerdings sollte er sich zukünftig vorsehen, wenn die nächste Wahlkampfparty per Facebook gepostet wird. Da könnte die Hütte mehr als nur voller Gäste und Freunde werden.
Und den Rahmen des parteigebundenen Frohsinns sprengen.
So was soll ja schon in Niedersachsen vorgekommen sein.

Kommentiere den Artikel oder setze einen Trackback

Bisher keine Kommentare zum Artikel

  1. Bisher keine Kommentare

Kommentiere den Artikel

SPAM-Schutz
Wenn Du kein SPAM-Bot bist,
fülle bitte dieses Feld aus. *
Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.



Kommentare zu diesem Artikel über RSS 2.0-Feed verfolgen