Von Claus Bach, 1. April 2009, 11:26 Uhr

Noch bis vor vierzehn Tagen hatte die gesamte mediale Berichterstattungsmaschinerie auf dem informativen Trockendock gelegen. Nichts genaues war über den Thüringischen Ministerpräsidenten zu erfahren. Verbunden mit der Bitte um Rücksicht bezüglich seines physischen und psychischen Zustandes. Und daran hielten sich denn auch alle.

Mit einer bestellten Ausnahme:

Die der BILD-Zeitung – immer optimal, wenn größtmöglichste Publizität her muß und alle alles wissen sollen. So folgte dann nach einem zweiteiligen Interview die Wiedereinreise in die Heimat nach Heiligenstadt. In Rekordzeit. Da durften und sollten nun auch alle Journalisten anwesend sein und ihre Fragen stellen. Ihnen gegenüber stand nun ein ausserordentlich vitaler und hochmotivierter CDU-Spitzenkandidat, welcher auf alle Fragen alle Antworten parat hatte. Freilich auch auf unangenehme wie die, warum er denn seine Genossen während des CDU-Parteitages mit einer schnöden SMS aus Gesundheitsgründen abgespeist hatte und Tags darauf für besagtes Langstrecken-Interview uneingeschränkt zur Verfügung stand.
Kurz gesagt,  ein medialer Riesenerfolg auf ganzer Strecke – mit der Zwischenstation einer Blitz -Gerichtsverhandlung inclusive glimpflichen Ausgangs bezüglich seines Skiunfalls am Neujahrstag.

Und so hätten alle Journalisten eigentlich ihre Fragen nach den vorgegebenen Antworten des Ministerpräsidenten stellen können, wie es zu diversen PR-Veranstaltungen in Hollywood üblich sein soll.

Ein derart aalglattes medailes Comeback muß man erstmal hinkriegen. Selbstverständlich nicht ohne die Hilfe der hochprofessionellen PR-Berater der BILD an seiner Seite. Logisch eigentlich und nichts Neues. Doch das stimmt nicht ganz.

Noch nie hat sich ein deutscher  Spitzenpolitiker mittels Regenbogenpresse derart perfekt selbst Inszeniert.

Das wird Schule machen. Zumal aus dem Lager der quasi vorgeführten Journalisten wenig Reaktionen kamen, auch da war man offensichtlich sprachlos. Bis auf eine Ausnahme, und die hat es in sich: Auf der Website des NDR-Medienmagazins „ZAPP“ ist nun die Chronik der Althausschen BILD- Coproduktion akribisch in einem elfminütigem Beitrag dokumentiert.
Titel: „Dieter Althaus: Fragwürdige Inszenierung einer Rückkehr“
Der sei jedem dringendst zur Ansicht empfohlen.

Auch und gerade im Hinblick auf kommende Wahl-Ereignisse.

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