Von Claus Bach, 2. April 2014, 13:27 Uhr

So heißt eine Reihe von Fotobuch – Publikationen des Leipziger Lehmstedt-Verlages. Seit reichlich zehn Jahren widmet er sich fotografischen Abbildungen der Altags – und Zeitgeschichte Mitteldeutschlands.
Mit anderen Worten: Momentaufnahmen aus vergangenen DDR – Zeiten. Bis heute konnte sich der Verlag damit erfolgreich positionieren.
Vor allem deshalb, weil seine herausgegebenen Publikationen stets außerordentlich realitätsbezogen waren: Ungeschönte Gegenwärtigkeit, fernab von penetranter Ost-Nostalgie. Ungewöhnlich ist dabei auch die Betonung auf reine schwarz-weiß-Fotografie.
Das fällt auf in unserer durchweg knallbunt abgebildeten Welt.
Umso mehr dann, wenn die Arbeiten vergessener Fotografen und Fotografinnen aus der Versenkung geholt werden.
So auch in der neuesten Publikation mit Arbeiten des leider zu früh verstorbenen Fotografen Christian Borchert.
Mit obszessiver Energie hatte er über achtzig Familien unterschiedlichster Berufe und sozialer Milieus in ihren Lebensräumen aufgenommen. Auf sehr nüchterne, unspektakuläre Art und Weise. Viele Familien und Lebensgemeinschaften besuchte er mehrmals, in zeitlich großem Abstand.

Zwischen den Jahren 1983 und 1993 entstand mehr als eine Ansammlung diverser Familienchroniken. Wir haben es mit einem einzigartigem Zeitdokument zu tun, welches gerade die Veränderungen im Osten Deutschlands in sehr privaten Momenten zeigt.

Mit einer Betrachtungsdistanz von 20 Jahren wird das nun erst recht deutlich. Bisher wurden die Familienporträts Borcherts immer nur fragmentarisch veröffentlicht. Bekannt waren sie ja schon immer.

Erstmals legt nun der Lehmstedt-Verlag die komplette Sammlung dieser Arbeiten in einer würdigen Publikation vor. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek Dresden.

Eigentlich war das längst überfällig. Ein Klassiker.

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