Von Claus Bach, 24. August 2011, 11:26 Uhr

Verlässt man die Klassikerstadt, steht man rasch inmitten abgeernteter Getreidefelder. Rasierte sanfte Hügel, so weit das Auge reicht. Ein romantischer Anblick. Jedes Jahr im August.

Allerdings trift das nur im günstigsten Fall zu. Denn wehe, wenn das Wetter nicht mitspielt. Und meist spielt es nicht mit. Wie in den letzten Tagen.

Da helfen auch keine hochgerüsteten Hight-Tech-Mähdrescher. Und diverse Bauernregeln für den Monat werden kaum die Stimmung in den Agrar-Unternehmen heben. Aber vielleicht trösten. Nachfolgend eine kleine zeitbezogene Auswahl:

„Nasser August macht teure Kost.“
„August-Donner hat die Kraft, dass er viel Getreide schafft.“
„Dem August sind Donner nicht Schande, sie nutzen der Luft und dem Lande.“
„Der August muß Hitze haben, sonst Obstbaumsegen wird begraben.“
„Trockener August ist der Bauern Lust.“
„Ist’s im August recht hell und heiß, so lacht der Bauer im vollen Schweiß.“
„Im August Wind aus Nord – jagt unbeständigs Wetter fort.“
„Im August, beim ersten Regen, pflegt die Hitze sich zu legen.“

Für den Weinbau allerdings wirds so richtig widersprüchlich:

„Augustregen wirkt wie Gift, wenn er die reifenden Trauben trifft.“
Oder: „Stellt im August sich Regen ein, so regnet’s Honig und guten Wein.“
„Im August viel Regen, ist dem Wein kein Segen.“

In den Medien der ehemaligen DDR war der Ernetausgang freilich immer mit heroischster Propaganda verbunden. Endlos wiederholten sich die penetranten Erfolgsmeldungen von Übererfüllung der Norm und so weiter.

Heute werden Erntebilder höchstens noch zur Visualisierung des Wetterberichts benutzt.

Wie hart allerdings die Arbeit für die Menschen ist, erfährt niemand.
Höchstens in Spezialsendungen. Spätabends im TV.

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