Von Claus Bach, 4. Mai 2011, 11:26 Uhr

Selten waren wir derart gegensätzlichen Bildern des aktuellen Zeitgeschehens im Tagestakt ausgesetzt: Am vergangenen Wochenende noch konnte die Welt auf die Fotografien des britischen „Royal Weddings“ blicken. Prinz William und seine Kate auf dem Balkon des Buckingham Palace. Vom Volk umjubelt.  Anschließend das kompatible Hochzeitsfoto des königlichen Brautpaares im Kreis der Familie.

Mehr reales Märchen ging nicht. Und sämtliche Bildermedien liefen weltweit zur Hochform auf. Traumbilder in Endlosschleife.

Einen Tag später präsentierte sich dann ein ganz anderer in fast ähnlicher Aufmachung: TV – Entertainer Thomas Gottschalk markierte seine letzte Show „Wetten, dass?“. Und mußte mit dem medialen Nachbeben der britischen Traumhochzeit irgendwie zurechtkommen. Also  winkte er unter einer Pappmaske der britischen Queen seinem Publikum zu. Doch etwas erschreckend wirkte das schon.

Denn anstelle der Augen blickten nun zwei kleine schwarze Löcher aus dem Antlitz besagter Maske. Fast wie ein Totenkopf sah das aus. Und wurde unfreiwillig zum visuellen Menetekel für die nächsten laufenden Ereignisse.

Verschwommene Aufnahmen eines zerwühlten Schlafzimmers mit Blutlachen um das Bett. Menschenleer der Raum.

Soeben wurde der zeitgenössische Weltbösewicht exekutiert und anschließend im Meer verklappt.

Jetzt allerdings bekommt niemand ein Foto des Toten zu sehen. Der Anblick sei zu grauslig. Also wie im ordinären Horrorfilm, den die Kids schon gucken. Und schließlich soll der Mann nicht zur Terroristenikone werden. Was er freilich schon ist. Mit oder ohne finalen Schuss. Doch stattdessen häufen sich die Versprecher von allen Seiten. Angefangen von der formulierten „Freude über den Tod“ bis hin zum verbalen spontan – Klassiker: Der heißt in peinlicher Regelmäßigkeit: Obama statt Osama bin Laden.

Wenn das mal kein schlechtes Omen ist. Lange nicht waren die Bilder schneller als Ihre Interpretation. Im Moment erleben wir eine mediale Achterbahnfahrt, die ihresgleichen sucht.

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