Bunt ist das Leben

Dies­mal hat der ehe­ma­lige Bauhaus – Uni Absol­vent Philipp Valenta auf die Vita des Archäolo­gen Johann Joachim Winck­el­manns konzeptuell reagiert.
Her­aus gekom­men ist eine leuch­t­ende Neon­röhre, die mit ver­schiede­nen Euro – Ban­knoten bek­lebt wurde. Leuch­t­en­des Geld also.
Es setzt sich aus 10, 50, 200, 100, 20 und 500 ange­brachten Scheinen zusam­men. Dabei sind sie so ange­ord­net, dass sie die Far­ben des Regen­bo­gens nach­bilden. Ihr Geld­w­ert ergibt einen Betrag von 880 €.
Doch das ist nur ein Aspekt seiner per­so­n­en­be­zo­ge­nen Inter­pre­ta­tion.
Denn Valenta will sie weiter gefasst ver­standen wis­sen.
Dazu schreibt er: „Ein Regen­bo­gen, auch als Sym­bol von LSBTTIQ bekannt, gebildet aus einer großen Summe Geld, dass das reine weiße Licht in eine bunte, ineinan­der­laufende Farbfläche ver­wandt, verbindet den wis­senschaftlichen Poly­chromie-Streit mit dem Leben und den Nei­gun­gen Winck­el­manns sowie der heuti­gen Zeit.“
Dazu sollte man wis­sen, dass Winck­el­mann als Ver­fechter der ide­alen „Weißen Antike“ galt.
Doch selbst in seiner Zeit wurde jener Anspruch nicht beson­ders ernst genom­men.
Denn viele der dama­li­gen Gebäude, Objekt oder Skulp­turen wiesen eine sehr starke Far­bigkeit auf. Bis hin zur edlen Ver­goldung war alles bunt. Und befan­den sich so im Gegen­satz zum mono­chrom propagierten ide­alen Weiß.
Das sollte Winck­el­mann auch im richti­gen Leben erfahren. Denn in seinen späten Jahren geriet er ob seiner Homo­sex­u­al­ität an einen betrügerischen Part­ner. Zum Zeit­punkt seines Todes soll er vom astralen,
ide­al­isiertem Weiß der Antike weit ent­fernt und zeitweise in düstere, dur­chaus bunte Abgründe seines realen Lebens ger­aten.
So gese­hen wirkt Valen­tas leuch­t­ende Ban­knoten – Neon­röhre wie ein Fanal unseres realen Lebens.
Und das kann dur­chaus uni­versell ver­standen wer­den.
Ein ordinär leuch­t­en­der, zeit­genös­sis­cher Fetisch mit Sym­bol­kraft.
Einem Phal­lus gle­ich. Beun­ruhi­gend schön und sin­is­ter zugle­ich.
Voilà. Hier wurde his­torische Erken­nt­nis mit per­sön­licher Erfahrung auf einen Punkt gebracht.