Von Claus Bach, 7. Juni 2017, 10:38 Uhr

Diesmal hat der ehemalige Bauhaus – Uni Absolvent Philipp Valenta auf die Vita des Archäologen Johann Joachim Winckelmanns konzeptuell reagiert.
Heraus gekommen ist eine leuchtende Neonröhre, die mit verschiedenen Euro – Banknoten beklebt wurde. Leuchtendes Geld also.
Es setzt sich aus 10, 50, 200, 100, 20 und 500 angebrachten Scheinen zusammen. Dabei sind sie so angeordnet, dass sie die Farben des Regenbogens nachbilden. Ihr Geldwert ergibt einen Betrag von 880 €.
Doch das ist nur ein Aspekt seiner personenbezogenen Interpretation.
Denn Valenta will sie weiter gefasst verstanden wissen.
Dazu schreibt er: „Ein Regenbogen, auch als Symbol von LSBTTIQ bekannt, gebildet aus einer großen Summe Geld, dass das reine weiße Licht in eine bunte, ineinanderlaufende Farbfläche verwandt, verbindet den wissenschaftlichen Polychromie-Streit mit dem Leben und den Neigungen Winckelmanns sowie der heutigen Zeit.“
Dazu sollte man wissen, dass Winckelmann als Verfechter der idealen „Weißen Antike“ galt.
Doch selbst in seiner Zeit wurde jener Anspruch nicht besonders ernst genommen.
Denn viele der damaligen Gebäude, Objekt oder Skulpturen wiesen eine sehr starke Farbigkeit auf. Bis hin zur edlen Vergoldung war alles bunt. Und befanden sich so im Gegensatz zum monochrom propagierten idealen Weiß.
Das sollte Winckelmann auch im richtigen Leben erfahren. Denn in seinen späten Jahren geriet er ob seiner Homosexualität an einen betrügerischen Partner. Zum Zeitpunkt seines Todes soll er vom astralen,
idealisiertem Weiß der Antike weit entfernt und zeitweise in düstere, durchaus bunte Abgründe seines realen Lebens geraten.
So gesehen wirkt Valentas leuchtende Banknoten – Neonröhre wie ein Fanal unseres realen Lebens.
Und das kann durchaus universell verstanden werden.
Ein ordinär leuchtender, zeitgenössischer Fetisch mit Symbolkraft.
Einem Phallus gleich. Beunruhigend schön und sinister zugleich.
Voilà. Hier wurde historische Erkenntnis mit persönlicher Erfahrung auf einen Punkt gebracht.

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