Von Claus Bach, 31. Oktober 2013, 14:25 Uhr

Am 31.10. ist bekanntlich Reformationstag. Einzig in den neuen Bundesländern Deutschlands sprich Neufünfland wird er noch als Feiertag zelebriert.
Was eigentlich verwundert – angesichts der sich so christlich gebierenden Bundesrepublik. Und In zwei Jahren jährt sich die damals revolutionäre Aktion des Theologen Martin Luther zum 500. mal. Damals hatte er seine 95 Thesen zur Erneuerung der Kirche schlicht an die Tür der Stadtkirche zu Wittenberg genagelt. Deren Tragweite wirkt bis heute nach. Und das mehr als zurecht. Selbst Atheisten zollen ihm bekanntlich Respekt.

Medial allerdings gerät jener Gedenktag immer stärker in die Konkurrenz des irisch -amerikanischen Halloween – Festes. Mittels ausgehöhlter und mit Kerzen beleuchteter Kürbisse sollen die bösen Geister aus dem Alltag vertrieben werden. Das ist schön mystisch und prima zur Realisierung einer immerwährenden Motto – Party.

Freilich ist das eigentlich mehr ein Kinderfest. Aber viel illusterer als ein inhaltsschwerer Gedenktag. Passt also eindeutig besser in die zeitgenössische Epoche unserer endlosspektakelnden Mentalität. Und kurbelt mit kompatiblen Merchandising – Vertrieb die Einzelhandels – und Veranstaltungsbranche an.

Was auch schon mal effektiver ist als Neuaflagen inhaltslastiger theologischer Schriften.

Anders gesagt: „Heutzutage liest doch sowieso keiner mehr“.
Weiter gedacht könnte das dann so heißen: „Vorsicht! Lesen gefährdet die Dummheit.“
So lautet der Slogan einer Buchhandelskette.

Fazit: Nach knapp fünfhundert Jahren sollte schon mal wieder ein zünftiger Reformer in Aktion treten.
Versuche gab es ja schon einige.

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