Von Claus Bach, 5. Juli 2017, 13:56 Uhr

„Hass ist krass. Liebe ist krasser“. So lautet der Titel des mittlerweile zweiten Buchs der Streetart – Künstlerin Barbara. Erschienen vor einigen Monaten. Über die Jahre hat sie es mit Ihren meist geklebten Textkommentaren im öffentlichen Raum zu Kultstatus gebracht. Wobei sie ähnlich anonym agiert wie Streetart – Künstler Banksy.
Meist sind die Fotos Ihrer Aktivitägten danach im Netz und in den sozialen Netzwerken auszumachen.
Immer äußert sie sich zu fast allen relevanten zeitgenössischen Ereignissen und Situationen.
Besonders gern lässt sie sich bekanntermaßen von Verbotsschildern inspirieren. So kommentierte sie beispielsweise ein Parkverbotsschild, welches sich süffisant an ehemalige Waldorf – Schüler richtete, mit folgenden Worten:
„Walddorf – Schüler können auch Arschloch tanzen und sich vor Deinem Schild zum Flashmob treffen“.
Das allseits bekannte Schild „Bekleben verboten“ konterte sie mit Ihrem Klassiker:
„Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle“.
Aber auch Differenzen im nachbarschaftlichen Zusammenleben kommentiert sie gern. So war an einem Verkehrsschild folgendes zu lesen: „Laute Nachbarn? Grundsätzlich kein Problem. Aber wenn die einen miesen Musikgeschmack haben, dann ist es die Hölle.“
Barbaras Aktivitäten wirken wie ein wahrnehmungspsychologischer Schluckauf im öffentlichen Raum:
Man liest wiedereinmal routiniert bis gelangweilt eines der üblichen Hinweis – oder Verbotsschilder und bleibt irritiert stehen.
Ob des Kommentars eben jener Barbara. Ihre subversive Klebeaktivität erklärt sie im übrigen folgendermaßen:
„Ich liebe Papier und habe ein geradezu zärtliches Verhältnis zu meinem Drucker“.

Letztes Jahr hat die Künstlerin auch einen Zwischenstopp in Weimar eingelegt. Genau am 01. März 2016, während einer Thügida – Demonstration. Auf spätere Nachfrage der Lokalpresse befand sie sich im Block der Gegendemonstranten und nahm das Geschehen vor Ort wahr.
Herausgekommen ist dann ihr ganz spezieller Kommentar zur Situation. Auf einem Absperrschild brachte sie ihr Zitat an, das wie folgt lautete:
„Bildung ist die beste Verteidigung“.  Zu sehen war es nur kurz, vor dem Gebäude der Musikschule „Johann Nepomuk Hummel“, Karl – Liebknecht – Straße 1.
Das ist doch mal was. Außerordentlich treffend und mit deutlichem lokalen Bezug.
Weiter so, Barbara. Gerne mal auch wieder in Weimar.

 

 

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