Von Claus Bach, 20. Juni 2018, 13:16 Uhr
…weil er da ist. Das kommentierte Oliver Kahn, ehemaliger Torhüter
der deutschen Fußball – Nationalmannschaft nach einem der letzte Spiele der diesjährigen Fussball WM. Und weiter: „Wenn der Druck von vorne kommt, kann er Dich auch mal niederstrecken.“
So anstregend kann also das „Sein“ manchmal sein. Damit allerdings hat er der Sache ungewollt metaphysische Dimensionen verliehen. Jedenfalls dann, wenn besagter Ball und seine Spieler zum Maß aller Dinge werden. Und wie sich so etwas als pseudophilosophischer Kommentar eines Fußballspiels anhören kann, beweist nachfolgender Fachtext zur Sache. Doch Vorsicht. Denn selbstverständlich geizt er nicht mit Fremdworten:
Die apodiktischen Entscheidungen der Unparteiischen unterbanden jeglichen kreativen Impetus der Kontrahenten. Sie wirkten sich entsprechend restrukturierend aus. Klandestine Ängste vieler Akteure traten schlagartig zu Tage. Auf rein pragmatischer Ebene vollzog sich ein deutlicher Paradigmenwechsel. Spielerische Momente wurden obsolet.
Anstelle rein improvisatorischer Aktivitäten dominieren nun stringent resultative das Geschehen. Dabei bleiben allerdings probate Mittel wie das akzelerierte Forechecking erhalten. Welches wiederum im krassen Gegensatz zu auffällig retardierenden Bewegungen steht. Die Eupraxie der einzelnen Operateure wurde in Mitleidenschaft gezogen und verlor an Gewicht. Das zieht gewisse atavistische Momente zwischen den Sinn stiftenden Massen nach sich. Zwar ist das Individuum noch Teil der auratischen Masse. Aber es gerät zunehmends unter das Diktum eines ephemeren synchronen Spektakels.
Die prononcierte Ambivalenz der Unparteiischen wird umso mehr zum Katalysator des Geschehens. Daran können freilich auch die eloquenten Konzepte der jeweiligen Trainer nichts mehr ändern. Offen bleibt allerdings, wie stark sich die zukünftige Negation existierender Reglements in Zukunft auf die prosperierende Dynamik der Ereignisse auswirkt.
So durchtrieben könnte ein Kommentar zur Fußball – WM im Jahre 2018 klingen und vielleicht eine neue Zielgruppe ins Auge fassen:
Die der Fußball – Hasser.
Denn das sollen ja meistens kulturelle Feingeister sein.