Der Ball spielt immer eine Rolle

…weil er da ist. Das kom­men­tierte Oliver Kahn, ehe­ma­liger Torhüter
der deutschen Fußball – National­mannschaft nach einem der let­zte Spiele der diesjähri­gen Fuss­ball WM. Und weiter: „Wenn der Druck von vorne kommt, kann er Dich auch mal nieder­strecken.“
So anstre­gend kann also das „Sein“ manch­mal sein. Damit allerd­ings hat er der Sache unge­wollt meta­ph­ysis­che Dimen­sio­nen ver­liehen. Jeden­falls dann, wenn besagter Ball und seine Spieler zum Maß aller Dinge wer­den. Und wie sich so etwas als pseudophilosophis­cher Kom­men­tar eines Fußball­spiels anhören kann, beweist nach­fol­gen­der Fach­text zur Sache. Doch Vor­sicht. Denn selb­stver­ständlich geizt er nicht mit Fremd­worten:
Die apodik­tis­chen Entschei­dun­gen der Unpartei­is­chen unter­ban­den jeglichen kreativen Impe­tus der Kon­tra­hen­ten. Sie wirk­ten sich entsprechend restruk­turi­erend aus. Klan­des­tine Äng­ste vieler Akteure traten schla­gar­tig zu Tage. Auf rein prag­ma­tis­cher Ebene vol­l­zog sich ein deut­licher Par­a­dig­men­wech­sel. Spielerische Momente wur­den obso­let.
Anstelle rein impro­visatorischer Aktiv­itäten dominieren nun strin­gent resul­ta­tive das Geschehen. Dabei bleiben allerd­ings pro­bate Mit­tel wie das akzelerierte Forecheck­ing erhal­ten. Welches wiederum im krassen Gegen­satz zu auf­fäl­lig retardieren­den Bewe­gun­gen steht. Die Eupraxie der einzel­nen Oper­a­teure wurde in Mitlei­den­schaft gezo­gen und ver­lor an Gewicht. Das zieht gewisse atavis­tis­che Momente zwis­chen den Sinn stif­ten­den Massen nach sich. Zwar ist das Indi­viduum noch Teil der auratis­chen Masse. Aber es gerät zunehmends unter das Dik­tum eines ephemeren syn­chro­nen Spek­takels.
Die prononcierte Ambivalenz der Unpartei­is­chen wird umso mehr zum Katalysator des Geschehens. Daran kön­nen freilich auch die elo­quenten Konzepte der jew­eili­gen Trainer nichts mehr ändern. Offen bleibt allerd­ings, wie stark sich die zukün­ftige Nega­tion existieren­der Regle­ments in Zukunft auf die pros­perierende Dynamik der Ereignisse auswirkt.
So durchtrieben kön­nte ein Kom­men­tar zur Fußball – WM im Jahre 2018 klin­gen und vielle­icht eine neue Ziel­gruppe ins Auge fassen:
Die der Fußball – Has­ser.
Denn das sollen ja meis­tens kul­turelle Feingeis­ter sein.