Von Claus Bach, 18. Januar 2012, 14:27 Uhr

Das war einer der ersten ironisch modifizierten Filmtitel nach Bekanntwerden der Kreditaffäre des amtierenden Bundespräsidenten und seinem katastrophalen Umgang mit der Situation:

Kommunikativer Slapstick, noch dazu scheibchenweise. Nichts ist schlimmer.

Denn wie nicht anders zu erwarten reagierte das Netz sofort und brachte die Peinlichkeit der Angelegenheit rasch auf den Punkt. Nachfolgend weitere Beispiele:
„The Leihen King“, „Wenn der Wulffmann zweimal klingelt“, „Die Frau des Wulffes“, „Und täglich grüßt das Wulfftier“, „Der Pakt des Wulffes“, „Bei Anruf: Wulffen“, „Die letzten Tage im Wulffbunker“ und so weiter.

Reichlich vier Wochen ist das nun her und zum medialen Selbstläufer geworden. Freilich zog das öffentlich-rechtliche Fernsehen nach und lieferte eine Talkshow nach der anderen. Mit erwartungsgemäß blendenden Einschaltquoten. Fast im wahrsten Sinne des Wortes.

Und selbstverständlich erleben auch die Chefsatiriker und Zyniker des Landes paradiesische Zeiten. Massenhaft Material zum Nulltarif.
Genauso wie diverse Werbeagenturen, welche die Salamitaktik des Bundespräsidenten für ihre neuste Kampagnen verhackstücken.

Im Wochentakt werden neue vermeintliche Fakten geliefert:
Jedes kleinste ordinäre Zuwendungsdetail aus dem Privatleben des Staatsoberhaupts skandalisiert sich jetzt von selbst. Und gerät zu neuen Steilvorlagen.

Längst ist der Bundespräsident zur Witzfigur geworden. Und muss sich womöglich bald für Geschenke an seine Kinder öffentlich rechtfertigen.

Das ist einmalig und charakterisiert einen außerordentlich bizarren Automatismus. Fast ein mediales Novum.

Aber es ist auch ein Beispiel dafür, wie verhängnisvoll klassisch pubertäre Halbwahrheiten enden können.
Banaler geht eigentlich nicht. Und das ist der eigentliche Schock.

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