Von Claus Bach, 14. Dezember 2011, 11:26 Uhr

…hatte 24 Aktenordner, aber keine Ahnung.“ Das verkündete SPD – Geschäftsführer Thomas Oppermann am 14. November 2011 zum Ermittlungsdesaster der rechtsextremen Morde.

Und weitere ironische Schlußfolgerungen finden sich dann freilich im Internet:
„Man ist so damit beschäftigt, die politische Linke zu bespitzeln, dass man für Verbrecher nun wirklich keine Zeit mehr hat.“

Doch das sind die wenigen Ergebnisse, die man beim Suchbergriff „Witze Verfassungsschutz Thüringen“ findet. Und vielleicht mag das auch seine Gründe haben. Denn so unernst ist die Sache nicht. Da kann schon mal das Lachen vor dem Halse stecken bleiben.

Allenfalls werden dann mal alte Journalisten-Kamellen wie nachfolgende aufgewärmt:
In den 1990iger Jahren hatte der damalige Thüringer Verfassungsschutz – Präsident Helmut Roewer ein TV-Team über eine Tarnfirma angeheuert, welche Bild –und Tonaufnahmen von aktiven Nazis recherchieren und erstellen sollte. Diese Beiträge wurden aber niemals ausgestrahlt, sondern für die Ermittlungen des Verfassungsschutzes benutzt. Das war vor allem gefährlich für die freien Journalisten. Trotz sehr guter Bezahlung. Denn die wußten nichts vom realen Verwendungszweck.

Helmut Roewer selbst galt schon immer als umstritten. Heute sieht er sich eher als Opfer einer gegen ihn persönlich gerichteten Kampagne denn als Mitschuldiger an besagtem Ermittlungsdesaster. Er spricht von korruptem Sumpf besagter Organisation. Auch ist kaum vorstellbar, dass nur er allein Schuld trägt. Zumal Roewer seit mehr als zehn Jahren außer Dienst ist.

Indessen zog ein ganz anderer erste Konsequenzen aus der prekären Lage des grünen Freistaates: Mit sofortiger Wirkung hat Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machning die aktuelle Imagekampagne fürs Bundesland bis auf weiteres ausgesetzt. Die hieß ja schlicht „Das ist Thüringen“ und war nicht wirklich gut. Kein großer Verlust. Und zudem wurde nun noch ein zünftiger medialer Rohrkrepierer draus. Auf Grund der eskalierenden Ereignisse.

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