Von Claus Bach, 21. Mai 2015, 10:03 Uhr

So heißt ein Bild des berühmten Künstlers Pablo Picasso. Am Wochenende vom 09. zum 10. Mai wurde es in New York für die Rekordsumme von 179,3 Millionen Dollar versteigert. Damit ist es nun das teuerste Gemälde der Welt. Um diese klassische Formulierung zu bemühen.

Diesen Rekord hatte zuvor ein Triptychon des britischen Malers Francis Bacon gehalten.

„La Femme DÁlgier“ stammt aus dem Jahr 1955 und zeigt in abstrakter Art vier barbusige Frauen. Es stellt eine Szene aus einem Harem dar. Der Meister hatte das Bild seinem damals verstorbenen Freund Henri Matisse gewidmet.

Im Jahre 1997 wurde es für 32 Millionen schon einmal versteigert. Damals zusammen mit 15 weiteren Versionen diese Bildes. Alle insgesamt 16 Versionen der „Frauen von Algier“ stammen ursprünglich aus dem Besitz des New Yorker Sammlerehepaares Victor und Sally Ganz.

Zum Zwecke der späteren Wertsteigerung kaufte sie das Paar im Jahre 1956 allesamt auf. Der damalige Galerist Picassos erhielt dafür 212.500 Dollar. Auch schon eine Menge.

Der beabsichtigte temporäre Weiterverkauf besagter Bilder ist dem Paar offensichtlich über die Jahre gut gelungen. Wobei sie zur Finanzierung weiterer Picasso – Bilder eben solche genau wieder veräußerten.

Doch ganz so raffgierig wie vermutet waren die Ganz‘ nicht.
Victor Ganz investierte ebenfalls viel Geld in die Förderung junger unbekannter Künstler und öffentlicher Kulturinstitutionen New Yorks.

Also klassisches Mäzenatentum, wie aus dem Bilderbuch. Wenn man so will.
Das Sammlerpaar ist in den späten 1980iger Jahren verstorben.

Und so sind heute die 16 Versionen von „Die Frauen von Algier“ in alle Winde verstreut.

Doch was sagt uns das? Die Welt des internationalen Kunsthandels scheint heute unverwüstlich und krisensicherer denn je. Derart abartige Summen werden wohl auch zukünftig den Kunstmarkt weiter befeuern. Selbst der eine oder andere geniale Fälscher kann die Sache nicht wirklich durcheinander bringen. Die generierte Wertsteigerung ist mehr als bizarr. Und wie heißt es doch so treffend:

Ein Kunstmarkt ist ein Kunstmarkt ist ein Kunstmarkt ist ein Kunstmarkt.

Das passt genau in die Zeit. 

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