Von Claus Bach, 29. Juni 2011, 11:26 Uhr

Berlin, Kanzleramt, am 28. Juni 2011. Pressekonferenz im Kanzleramt. Showtime zur Deutsch – Chinesischen Regierungskonsultation. Wie zu erwarten lief sie den Umständen entsprechend ab. Also routiniert: Prosperierende wirtschaftliche Zusammenarbeit. Zum Vorteil für beide Länder und so weiter. Konkret: Anhebung der chinesischen Investitionen in Deutschland. Damit sich beide zukünftig auf Augenhöhe begegnen.

„Ergebnisorientierte Zusammenarbeit mit den sachlichen Deutschen“ nennt das dann der chinesische Misisterpräsident Wen Jiabao.

Und zwischendurch wurden zwanglos die ollen Kammellen der Menschenrechtsfrage durchgewunken. Diplomatisch eben. Höfliche Anmerkungen. Und dann freilich die gestanzte Antwort  der Chinesischen Chefs:

Die Kultur im Reich der Mitte ist nun mal anders als woanders. Es braucht halt noch viel Zeit und Verständnis, bis das weltweit gesackt ist. Basta.

Doch offensichtlich hat das Tobias Schlegl, Moderator des NDR-Satiremagazins „Extra3“ noch nicht so richtig verstanden. Der wollte  dem chinesischen Ministerpräsidenten ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk zum Ende der PK überreichen: Eine kleine goldene Katze, die mit einem Schlagstock winkt. Versehen mit seinem live intonierten Spruch: „Freie Fahrt für die Wirtschaft, wer braucht da noch Menschenrechte?“ Das störte dann doch die Wohlfühl -Konferenz. Und verdarb die Laune der chinesischen Delegation.

Denn die hatte eben der deutschen Kanzlerin das Wichtigste abgerungen: Einen ökonomischen Jagdschein, mit dem sich alle zukünftigen außen – und innenpolitischen Aktivitäten Chinas zwanglos durchsetzen lassen. Worldwide development sozusagen.

Na prima. Und so wurden auch gleichmal die Rüstungsausgaben des Reiches der Mitte um ein vielfaches erhöht. Selbstverständlich heißt das wie überall „Verteidigungsetat“.

Doch was sagt uns das? Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer und nichtdemokratischen Ländern. Sprich Diktaturen. Leichtsinn kann zu bleibenden Flurschäden führen.

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