Von Claus Bach, 13. Oktober 2010, 11:26 Uhr

Gebt uns mehr, könnte man die Veranstalter der Bazonnale Nr. 2 fast bitten. Zumindest, was den amüsanten verbalen Schlagabtausch über die neue Massenausstellung im Weimarer Industriepark betrifft. Flockig rieseln auf beiden Seiten dieselben bekannten Argumente: Flohmarkt der Beliebigkeit versus provozierende Ausstellung und so weiter.

Diesmal musste übrigens der tagespolitische Brennpunkt Afghanistan als Aufhänger herhalten: Ein langer Reigen bemalter und bedruckter Bilder auf Staffeleien ergießt sich vor Ort. Erwartungsgemäß stehen intelligente neben den klassisch platten Antikriegs-Arbeiten. Flankiert von der unvermeidlichen Totenkopf-Skulptur und einem Panzer, der freilich weniger bedrohlich wirkt als vermutet.

Und überhaupt scheint das alles unwichtig zu sein. Eigentlich völlig Schnuppe, was von wem unter welchem Motto ausgestellt wird. Je schräger, desto besser. Hauptsache, das ausgestellte Kunstgemenge funktioniert als Vehikel für den bekannten Standpunkt der Ausstellungsmacher:

„Die Bazonnale umgeht die etablierten Kunstgerichte, die überwiegend von der öffentlichen Hand  bezahlt werden, und die…vor dem Hintergrund drohenden Staatsbankrotts natürlich um ihre Macht und Einkünfte bangen.“

Doch auch dieses Statement hinkt der Zeit hinterher. Denn längst ist die Masse der Künster/innen zur pragmatischen Selbsthilfe übergegangen. So existieren ausgesprochen vielfältige Produzentengalerien und Kunst – Netzwerke. Und auch der von den Veranstaltern kritisierte etablierte Feuilleton – Zirkus hat seinen verschnarchten Kanon ziemlich aufgebraucht.

So bleibt vor Ort ein Industrial Art – Spektakel, bei dem die Ausstellungsbesucher erneut ordentlich geblitzdingst werden. Und ziemlich orientierungslos umherirren.

Viel hilft eben doch nicht immer viel. Und was folgt daraus? Es reicht nicht mehr aus, den Weg als Ziel zu proklamieren. Auf Dauer ist das schlicht langweilig. Spannender wäre, die Künstler zu mehr aufzufordern als dem bloßen Einsenden ihrer themenbezogenen Produkte.

Die Ausstellung ist vom 02. bis 31. Oktober in der KET-Halle Weimar, Am Industriepark 7, zu sehen.
Öffnungszeiten: Mo-Fr: 9-12 und 14-17 Uhr

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