Von Claus Bach, 12. März 2014, 11:05 Uhr

Eigentlich ist es schon viel zu spät für eine Ausstellungsbesprechung. Denn nur vom 13. bis 20. Februar 2014 war das Projekt „Street Photography“ im Erdgeschoss des Hauptgebäudes der Bauhaus – Universität zu sehen.

Studenten aus Spanien, England, Schweden, den USA, Japan, Mexiko und Deutschland hatten Weimar fotografiert.
Im Rahmen eines Seminars über Stadtfotografie im vergangenen Wintersemester an der Fakultät Architektur und Urbanistik.
Bereich Entwerfen und Städtebau.

Unter Leitung des Vertragsprofessors Steffen de Rudder sind dabei ungewöhnliche Weimar -Bilder herausgekommen. Selbst Kenner der Stadt hätten Probleme, einige Orte der Aufnahmen zu erkennen.

Was auch nicht die Absicht der Bildautorinnen und Autoren war. Denn ihr Blick ist von deren Herkunft geprägt.

So zeigen die meisten Fotografien sehr private Blicke auf die Klassikerstadt:
Nächtliche Szenen einer Graffiti -Aktion, das morgendliche Licht in der Belvederer Allee, die „Anonymität des Teilnehmers im öffentlichen Nahverkehr“. Das nächtliche Weimar in den Wintermonaten. Häuser, die sich in Glasscherben spiegeln. Nebeltage in den Straßen. Partybilder in der Szenekneipe „Zum Falken“. Öffentliche Parkplätze an Einkaufsmärkten.
Das Klinikum als „visuelle städtebauliche Zwischenmembran“.

Wohltuend auffällig ist das komplette Fehlen jeglicher touristisch geprägter Orte. Kulturstadt – sockelfrei, sozusagen.

Soziologische Momente dominieren und zeigen Erfahrungen, die man auch in anderen Städten machen könnte. Ohne dabei austauschbar zu wirken.
Die meisten der Schwarzweiß – und Farbaufnahmen vermitteln eine ausgesprochen dichte Atmoshäre.

Als ob man selbst Akteur der Szenerie ist. Und genau das ist das Besondere.

Wenigstens ist die Ausstellug noch im Internet zu sehen: Auf der Webseite des Projekts kann man sich ein Bild der Szenerie machen. Für noch hoffentlich einige Wochen.

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