Von Claus Bach, 5. März 2014, 11:05 Uhr

Seit nunmehr fünf Tagen ist das Bürgerbegehren für die Verlegung des Standortes des geplanten Bauhaus – Museums auf dem Weg.
Eine der „Initiative Stadtforum“ nahestehende Bürgervereinigung hatte es auf den Weg gebracht. Man richte sich nicht gegen das geplante Museum, sondern lediglich gegen den Standort.
Wohl wissend, das freilich das gesamt Projekt gefährdet wird.
Wie scheinheilig.

Dass sich die Initiatoren der Initiative damit in die kurze peinliche Tradition vergleichbarer Verhinderungen begeben, ist ihnen mit Sicherheit egal.

Der Erinnerung halber trotzdem ein kurzer Abriss:

Vor knapp fünfzehn Jahren entschied ein Bürgerentscheid, den Rollplatz in Weimar nicht mit einer Installation des Künstlers Daniel Buren zu bespielen. Eine Blechlawine auf Rädern war wichtiger.
Ein Jahr später wurde ebenfalls per Bürgerbegehren entschieden, die Replik des Goethe – Gartenhauses im Ilmpark abzubauen und zu verkaufen.
Letzteres hat nicht funktioniert. Bis heute steht die Kopie völlig deplaziert im Park des Areals der Toskana -Therme in Bad Sulza und ist selbstverständlich nur von aussen zu besichtigen.

Die Initiatoren der aktuellen Bürgerinitiative sollten zudem wissen, dass der heutige Asbach – Straßenverlauf am östlichen Weimarhallenpark in den 1940iger Jahren von der damaligen nationalsozialistischen Landesregierung auf den Weg gebracht worden war.
Im Zusammenhang mit der Errichtung des Gauforums wurde jener brutale städtebauliche Eingriff realisiert. Bis heute prägt er dieses Viertel.

Vorher waren Park und Stadt mittels Brücke direkt mit dem Areal des Landesmuseums verbunden.

Der Entwurf des neuen Bauhaus-Museums greift den damaligen Charakter dieses Viertels wieder auf.

Kurzum:
Schon zweimal hat die Stadt Weimar mittels eines Teils ihrer Bürgerschaft die Chance vertan, den so wichtigen kulturellen Bogen in die Gegenwart zu schlagen und zeitgenössisch lebendig zu bleiben.

Ein drittes Mal befördert die Kleinstadt endgültig in betonierte museale Vergangenheit.
Womit wird sie ihrem Ruf dann vollends gerecht wird. Wie schade.