Von Claus Bach, 3. September 2014, 14:10 Uhr

Zum dritten Mal in Folge werden die Gehweg – und Straßenbenutzer Weimars einem bunten Strauß plakativer Parteien – Sichtwerbung ausgesetzt.
Abermals wird jede sich bietende vertikale Halterung enthemmt zur Plakatierung genutzt.
Auch ist dabei eine neue Tendenz auszumachen:
Die Masten der Straßenbeleuchtung werden neuerdings konsequent nach oben bespielt. Die Biegung inbegriffen.
Meist mit Reklame jener Partei, deren Namen man nur ungern aussprechen möchte.
So baumeln dann einige Konterfeis zwanglos wie große Wimpel im Himmel. Vor allem bei aufkommenden Wind sieht das lustig aus.
Und das eine oder andere Kandidaten – Bildnis dreht sich eben auch mal quer zur Blickrichtung. Das bringt ein wenig fluffige Abwechslung in das Einerlei der ewig gleich lächelnden Protagonisten.
Besonders auffällig ist jene Masten – Erscheinung im örtlichen Stadtring des Bereichs Fuldaer Straße zu erleben. Da hangeln sich bis zu sechs Plakate am Mast nach ganz oben. Wie große Ameisen kleben sie am vertikalen und gebogenem Rohr.
Ein Bewerber – Motiv hat sich der Sache unfreiwillig angepasst:
Das Porträt des SPD – Kandidaten Dr. Thomas Hartung ist im unteren Bereich von Seifenblasen – ähnlichen Erscheinungen gesäumt. Die verleihen dem Protagonisten eine Aura der besonderen Art. Souverän scheint er über den Dingen zu schweben.
Das ist freilich gut gemeint und lässt den Lokalpolitiker wie einen Rockstar erscheinen.
Oder wie einen Heiligen, der soeben paradiesische Zustände verkündet hat.

Bevor er dann gänzlich in die Unendlichkeit des Raumes entschwindet.
Und uns Kreaturen hilflos am Boden zurücklässt.

 

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