Von Claus Bach, 18. Juni 2014, 11:05 Uhr

Reichlich zwölf Jahre sind seit dem Abriss des schwarzen Theaterkubus im Weimarer Ilmpark vergangen. Doch nun scheint er seine sinnbildliche Wiederkehr zu erleben. Späte Rache In Form einer neuen temporären Sommerbühne:
Die steht jetzt als roh anmutende Bretterkonstruktion auf dem Theaterplatz im Herzen der Stadt. 22 Meter lang, 14 Meter breit und gut fünf Meter hoch.
Das Dichterdenkmal wurde auch gleich einbezogen und ist Teil der Bühne. Gedacht ist der Bau für die vierwöchige Aufführung des Sprechstückes „Reineke Fuchs“ vom Dichterfürsten.
Das ist frech und durchtrieben: Die Bühne kommt aus dem Haus in die Stadt.
Eine mutiges Projekt, welches seine Kritiker augenblicklich auf den Plan rief – bevor man das Wort Blaubeerkuchen überhaupt aussprechen konnte.
Von Bretterverschlag und Bretterkahlschlag der Kunst und dergleichen war sofort die Rede.

Aber auch die Klassik – Touristen müssen leiden. Denn die übliche Erinnerungsfotokulisse ist temporär nicht verfügbar. Das Dichterdenkmalpaar fristet inmmiten der neuen begehbaren Holzbehausung sein Dasein.

Und so entsteht eine alltäglich wiederkehrende Szenerie, die einer Spontaninszenierung gleicht.
Titel: Touristengruppe mit Stadtführer in hölzerner Sommerbühne vor Denkmal. Wahlweise staunend oder fotografierend.

Und genau das ist das Besondere. Die Besucher sind zwangloser Teil eines unverwechselbaren lokalen Alltagsereignisses.

Beobachten kann man das kostenlos und fast täglich während der Öffnungszeiten der Sommerbühne. Allerdings nur noch bis zum 21 Juli 2014. Am besten ist die Sache von den hinteren höher gelegenen Sitzreihen zu erleben.

Das hätte auch dem Alten vom Frauenplan gefallen. Und ganz bestimmt inspiriert.

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