Von Claus Bach, 26. Januar 2011, 13:25 Uhr

Nein, das ist kein Versprecher. Sondern vielmehr die sinnstiftende Abwandlung desjenigen Werbespruchs einer Elektronikmarkt-Kette, deren Namen man nicht mehr auszusprechen wagt.

„Geiz ist geil!“ hieß es vor dort mehr als sechs Jahren: Damals schlängelte sich eine blau geklonte junge Dame kompatibel im TV-Spot und schrie enthemmt die aggressive Botschaft in die Welt. Dabei verkündete sie nichts anderes als ordinären Alltagskonsum. Marktwirtschaft, zieh!

Und selbstverständlich richtete der penetrante Spruch soliden Schaden an. Von nun an waren im Einzelhandelsgewerbe extrem-Dumpingpreise angesagt. Natürlich superbillig und garantiert servicefrei. Also ruinöser Verdrängungswettbewerb auf Kosten von Qualität und Kunden.

Verantwortlich für die Kampagne zeichnete die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt. Und eigentlich müßte sie nachträglich bestraft werden. Denn sie feierte nichts anderes als eine negative menschliche Eigenschaft ab.

In der katholischen Religionsgemeinschaft gilt sie sogar als das Motiv für vielerlei Sünden. So startete denn auch im Jahr 2004 das katholische Hilfswerk „Adveniat“ eine Gegenkampagne. Die hieß treffend „Geiz ist gottlos“.

Na prima. Das war ein super Erfolg für die Werber. Besser konnte es gar nicht laufen. Aber umso schwieriger, daran anzuknüpfen. Schließlich will man am Ball bleiben.

So nimmt es kein Wunder, dass zum 50. Jubiläum besagten Elektronikmarkts eine Werbeversion 2.0 kommen musste. Und die verkündet nun kein Geringerer als Michael Buffon. Der ist seines Zeichens kultiger Ansager spektakulärer Boxkämpfe. „Geil ist geil!“ tönt er seit Januar 2011 ganz forsch in die Welt. Erneute Bestätigung der konsumistischen Kampfansage. Das passt sogar irgendwie. Weil es die sinnfreie Einfalt kompensiert. Anders gesagt:

„Kräht der Hahn auf dem Einkaufsmist, ändert sich das Wetter – oder es bleibt wie es ist. Noch blöder geht eigentlich nicht. Aber wer weiß das schon.

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