Geist ist Geil!

Nein, das ist kein Ver­sprecher. Son­dern vielmehr die sinns­tif­tende Abwand­lung desjeni­gen Werbe­spruchs einer Elek­tron­ikmarkt-Kette, deren Namen man nicht mehr auszus­prechen wagt.

„Geiz ist geil!“ hieß es vor dort mehr als sechs Jahren: Damals schlän­gelte sich eine blau gek­lonte junge Dame kom­pat­i­bel im TV-Spot und schrie enthemmt die aggres­sive Botschaft in die Welt. Dabei verkün­dete sie nichts anderes als ordinären All­t­agskon­sum. Mark­twirtschaft, zieh!

Und selb­stver­ständlich richtete der pen­e­trante Spruch soli­den Schaden an. Von nun an waren im Einzel­han­dels­gewerbe extrem-Dump­ing­preise ange­sagt. Natür­lich super­bil­lig und garantiert ser­vice­frei. Also ruinöser Ver­drän­gungswet­tbe­werb auf Kosten von Qual­ität und Kun­den.

Ver­ant­wortlich für die Kam­pagne zeich­nete die Ham­burger Wer­beagen­tur Jung von Matt. Und eigentlich müßte sie nachträglich bestraft wer­den. Denn sie feierte nichts anderes als eine neg­a­tive men­schliche Eigen­schaft ab.

In der katholis­chen Reli­gion­s­ge­mein­schaft gilt sie sogar als das Motiv für viel­er­lei Sün­den. So startete denn auch im Jahr 2004 das katholis­che Hil­f­swerk „Adve­niat“ eine Gegenkam­pagne. Die hieß tre­f­fend „Geiz ist got­t­los“.

Na prima. Das war ein super Erfolg für die Wer­ber. Besser kon­nte es gar nicht laufen. Aber umso schwieriger, daran anzuknüpfen. Schließlich will man am Ball bleiben.

So nimmt es kein Wun­der, dass zum 50. Jubiläum besagten Elek­tron­ikmarkts eine Wer­bev­er­sion 2.0 kom­men musste. Und die verkün­det nun kein Gerin­gerer als Michael Buf­fon. Der ist seines Zeichens kultiger Ansager spek­takulärer Boxkämpfe. „Geil ist geil!“ tönt er seit Jan­uar 2011 ganz forsch in die Welt. Erneute Bestä­ti­gung der kon­sum­istis­chen Kamp­fansage. Das passt sogar irgend­wie. Weil es die sin­n­freie Ein­falt kom­pen­siert. Anders gesagt:

„Kräht der Hahn auf dem Einkauf­s­mist, ändert sich das Wet­ter – oder es bleibt wie es ist. Noch blöder geht eigentlich nicht. Aber wer weiß das schon.