Hello!

hieß es gestern wieder auf der wieder­holten Begeg­nung der ganz eige­nen Art in San Fran­cisco. Eingewei­hte wis­sen natür­lich sofort, was und wer gemeint ist: Think dif­fer­ent, die Com­put­er­firma mit dem Apfel feierte sich selbst auf der Mac­world, und ganz beson­ders her­aus­ra­gend kann das natür­lich deren Front­mann Steve Jobs, Mann der ersten Com­put­er­stunde vor nun­mehr schon 22 Jahren, von seiner Gemeinde wie ein bib­lis­cher Verkün­der gefeiert.
Damals war für besagten Her­steller die Welt noch in Ord­nung und an das konkur­ri­erende Kon­sumenten-Bil­ligquäl­sys­tem MS-Dos, später unter dem Namen Win­dows bekannt, noch nicht ein­mal zu denken.

Wir erin­nern uns – das war das jenige, welches nach anfänglichem Anschluß eines Scan­ners gnaden­los abstürzte und bis heute immer wieder gern von fies pro­gram­mierten Viren aller Art im Netz heimge­sucht wird. Und am amüsan­testen waren freilich auch die Wort­ge­fechte zwis­chen den Nutzern bei­der Lager.

Gestern also begann der Guru der Mac­in­tosh-Fange­meinde wie alljährlich gegen 18.00 Uhr Mit­teleu­ropäis­cher Zeit seine berühmte Keynote, kom­men­tiert mit den Worten:

„Steve Jobs betritt die Bühne und nimmt einen Schluck Wasser…“

Allein schon dieser Satz hat Har­ald Schmidtsche Dimen­sio­nen. Vor begeis­tert klatschen­der Jünger­schar wur­den vom Chef him­self schön­ste neueste und selb­stver­ständlich inno­v­a­tivste Pro­dukte und Entwick­lun­gen des Hauses vorgestellt.
Auch machte Apple schneller als erwartet seine Ankündi­gung wahr und stellt ab sofort alle neuen Rech­ner mit Intel-Prozes­soren her, was für viele Apple-Fans einem Sakri­leg gle­ichkommt: Haben doch alle Win­dows- basierten Rech­ner genau diese Prozes­soren im Herzen ihres Sys­tems. Von nun an wird alles vor allem schneller und natür­lich umso besser. So weit, so geschäft­stak­tisch gut.

Da ist es dann nur allzu logisch, dass auch der Nach­wuchs mitziehen muss: Und so war denn vor den Hallen der Mac-Expo eine größere Anzahl mobiler iPods auszu­machen: Kinder, die als Apples mp3-Player kostümiert waren und so den Lifestyle-Frosinn wer­betecg­nisch darstell­ten.
Wofür sich der Her­steller allerd­ings ordentlich schä­men müßte: Denn wörtlich genom­men dürfte den iPod- Kids ohne direkt angeschlossenem Rech­ner kein einziger Schritt gelin­gen: Unver­schämter­weise gibt es die neuesten Mod­elle ohne Net­zteil, welches man dann als über­teuertes Zube­hör im Apple-shop erwer­ben kann.

Eine Frech­heit, die man sonst nur von der „Windows“-Kokurrenz kan­nte. Auch „Think dif­fer­ent“ macht seinem Namen keine Ehre mehr, den Slo­gan sucht man übri­gens schon seit langem verge­blich auf den Fir­men­seiten des Her­stellers.

Denn der ist schon längst auf der dun­klen Seite der Macht angekom­men, und kann den Rachen nicht mehr voll genug kriegen – ganz die Konkur­renz.