Von Claus Bach, 11. Januar 2006, 11:26 Uhr

hieß es gestern wieder auf der wiederholten Begegnung der ganz eigenen Art in San Francisco. Eingeweihte wissen natürlich sofort, was und wer gemeint ist: Think different, die Computerfirma mit dem Apfel feierte sich selbst auf der Macworld, und ganz besonders herausragend kann das natürlich deren Frontmann Steve Jobs, Mann der ersten Computerstunde vor nunmehr schon 22 Jahren, von seiner Gemeinde wie ein biblischer Verkünder gefeiert.
Damals war für besagten Hersteller die Welt noch in Ordnung und an das konkurrierende Konsumenten-Billigquälsystem MS-Dos, später unter dem Namen Windows bekannt, noch nicht einmal zu denken.

Wir erinnern uns – das war das jenige, welches nach anfänglichem Anschluß eines Scanners gnadenlos abstürzte und bis heute immer wieder gern von fies programmierten Viren aller Art im Netz heimgesucht wird. Und am amüsantesten waren freilich auch die Wortgefechte zwischen den Nutzern beider Lager.

Gestern also begann der Guru der Macintosh-Fangemeinde wie alljährlich gegen 18.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit seine berühmte Keynote, kommentiert mit den Worten:

„Steve Jobs betritt die Bühne und nimmt einen Schluck Wasser…“

Allein schon dieser Satz hat Harald Schmidtsche Dimensionen. Vor begeistert klatschender Jüngerschar wurden vom Chef himself schönste neueste und selbstverständlich innovativste Produkte und Entwicklungen des Hauses vorgestellt.
Auch machte Apple schneller als erwartet seine Ankündigung wahr und stellt ab sofort alle neuen Rechner mit Intel-Prozessoren her, was für viele Apple-Fans einem Sakrileg gleichkommt: Haben doch alle Windows- basierten Rechner genau diese Prozessoren im Herzen ihres Systems. Von nun an wird alles vor allem schneller und natürlich umso besser. So weit, so geschäftstaktisch gut.

Da ist es dann nur allzu logisch, dass auch der Nachwuchs mitziehen muss: Und so war denn vor den Hallen der Mac-Expo eine größere Anzahl mobiler iPods auszumachen: Kinder, die als Apples mp3-Player kostümiert waren und so den Lifestyle-Frosinn werbetecgnisch darstellten.
Wofür sich der Hersteller allerdings ordentlich schämen müßte: Denn wörtlich genommen dürfte den iPod- Kids ohne direkt angeschlossenem Rechner kein einziger Schritt gelingen: Unverschämterweise gibt es die neuesten Modelle ohne Netzteil, welches man dann als überteuertes Zubehör im Apple-shop erwerben kann.

Eine Frechheit, die man sonst nur von der „Windows“-Kokurrenz kannte. Auch „Think different“ macht seinem Namen keine Ehre mehr, den Slogan sucht man übrigens schon seit langem vergeblich auf den Firmenseiten des Herstellers.

Denn der ist schon längst auf der dunklen Seite der Macht angekommen, und kann den Rachen nicht mehr voll genug kriegen – ganz die Konkurrenz.

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