Von Claus Bach, 1. September 2010, 11:26 Uhr

lautet ein Spruch, der normalerweise ein Hundeverbot in Restaurants anzeigt. Meist ist auf einem kleinen Schild die rot durchgestrichene Silhouette des Tieres zu sehen.

Im bayerischen Passau ist das jetzt anders: Exakt vier Wochen nach der Durchsetzung des absoluten Rauchverbots per Volksentscheid prangt nun das Konterfei seines Initiators Sebastian Frankenberger an fast allen Gaststätten des Ortes. Anstelle des Hundes. Denn die Wirte fürchten um Ihre Existenz. Eine bizarre Situation.

Und wehe, wenn er trotzdem ein Gasthaus betritt. Dann hagelt es Verbalattacken und Flüche, die mit sofortigem Rausschmiss enden. Und auch im Internet droht ihm Ungemach: Die Mitgliederzahl der Facebook-Seite „Lokalverbot für Sebastian Frankenberger zählt schon weit über 17.000. Personenbezogene Hass -Mails sind an der Tagesordnung:

„Mein Baseballschläger würde in Ihrer feixenden Fresse sicher eine erfreuliche Veränderung bewirken“. Oder phantasievoller: „Der Teufel hat viele Gesichter. Einer stirbt an Krebs, …einer verunglückt, einer kriegt Dresche. Aber wenn er Dich, Frankenberger, holen kommt, wird ihm speiübel…“.

Selbst auf seinem Auto drücken Raucher seit kurzem ihre Kippen aus. Mit soviel Hass hat der ÖDP-Politiker Sebastian Frankenberger nicht gerechnet.

Aber er ist hart im Nehmen. Besonders extreme Hass-Mails leitet er an seinen Anwalt weiter. Bei Kontrollbesuchen in Bierzelten läßt er sich von Kamerateams begleiten. Und laut eigener Aussage will er ähnliche Nichtraucher – Volksentscheide auch in anderen bevölkerungsreichen Bundesländern initiieren. Nordrhein-Westfahlen und Berlin wären gut. Da hat Thüringen nochmal Schwein gehabt.

Doch was sagt uns das? Auch Volksentscheide kann man prima missbrauchen. Und wenn man nicht hingeht, ist direkte Demokratie eine gemeine Sache. Die bayerische Raucherlobby war jedenfalls ziemlich abstimmungsfaul und hat sich den Schlamassel selbst eingebrockt.

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