Jetzt ist es soweit,

…seit dreizehn Tagen wird scho­nungs­los ganzkör­perges­cannt. Zumin­d­est im Check-in des Flughafens Ams­ter­dam. Von dem aus ist schließlich der Flugzeu­gat­ten­täter am 1. Wei­h­nachts­feiertag 2009 an Bord gelangt.
Und freilich wer­den die Län­der der Europäis­chen Union Ihre Flughäfen in den näch­sten Monaten ähn­lich aufrüsten. Was kür­zlich noch mehrheitlich auf Ablehnung stieß, setzt sich jetzt durch.

Nun soll eine neue Scan – Soft­ware die Per­sön­lichkeit­srechte der Flug­gäste garantieren und gesund­heit­sun­schädlich sein. Dann ist ja sicher­heit­stech­nisch alles in Sack und Tüten. Und wer nach Ami­land und ander­swo hin fliegen will, findet sich halt mit dem Kon­rollscheiß ab. Ist ja auch besser als im Flieger in die Luft zu fliegen.

Aber was fällt noch auf? Im amtlichen Sprachge­brauch wird das Wort „Nack­tscan­ner“ zunehmend pein­lichst ver­mieden. Klingt ja auch ziem­lich schweinisch. Trifft den sprich­wörtlichen Nagel allerd­ings auf den Kopf: Denn schaut man sich die Bilder dieser Scan­ner an, erin­nern sie schon an eine Art abstrak­ter Peepshow. Waren es vor zwei Jahren noch detail­liert schock­ierende Rönt­gen­bilder, sollen jetzt lediglich Umriß­bilder der Flug-Proban­den gener­iert wer­den.

Und in der Tat zeigen erste Beispiele auss­chließlich anonyme Kör­pe­rum­risse vor ein­far­big – blauem Grund: Die sehen aus wie lustige, geliftete Comic­fig­uren eines Keith Har­ing der 1980 iger Jahre. Mit qui­etschgel­ben eck­i­gen Flecken drauf, die eventuelle Sprengsätze und Waf­fen markieren. Beim ersten Blick harm­los und ein bißchen schräg. Als wäre ein Zeich­ner ger­ade dabei, neue Serien­fig­uren zu kreieren. Allerd­ings immer mit bei­d­seits erhobe­nen Hän­den über dem Kopf. Das wird schwierig, weil das pure Hil­flosigkeit sug­geriert. Jede frisch ver­haftete Per­son muss sich schließlich in diese Stel­lung begeben.

Aber vielle­icht ist es eine nette Inspi­ra­tion und Her­aus­forderung für diverse Kün­stler. Und genau das kön­nte der einzige Nutzen der aktuellen Kör­per­scan­ner sein.