Von Claus Bach, 28. Januar 2009, 11:26 Uhr

…stecken wir im nicht mehr ganz neuen Jahr 2009. Ein bunter Strauss diversester Jahrestage erwartet uns in derart geballter Menge, dass es nur so kracht – im wahrsten Sinne des Wortes.
So liefert denn auch ein kurzer Such-Parcours durchs Internet die einschlägigen inflationären Ergebnisse. Nachfolgend einige Beispiele:
Das Deutsche Rundfunkarchiv gibt eine 144 seitige Broschüre heraus, welche allein nur medienrelevante Jahrestage für 2009 verzeichnet – also hauptsächlich solche von bekannten und nicht so bekannten Komponisten, Musikern und Literaten.
Doch bleiben wir bei den prominentesten:
Als da wären freilich vor Ort der kürzlich noch umstrittene 90. Geburtstag des Bauhauses.
Deutlich älter ist da schon der 2000. Jahrestag der Varusschlacht – geschichtlich geläufiger als Schlacht im Teutoburger Wald, in welcher die Germanen dem Römischen Herr eine empfindliche Niederlage beibrachten. Und wie bei so vielen derartigen Schlachten-Jahrestagen können sich die Besucher in einer einschlägiger Ausstellung entsprechend historisch kostümieren.
Ebenfalls reichlich kostümiert kommt die 1000 jährige Geschichte der Wikinger im Landesmuseum Speyer daher.
Wieder vor Ort wird dem 90. Jahrestag der Weimarer Nationalversammlung gedacht – dicht gefolgt vom 250. Geburtstag Friedrich Schillers.
An den 250. Todestag des Komponisten Georg Friedrich Händel erinnern Konzerte und Veranstaltungen in Halle an der Saale.
In diesem Jahr wird der Magdeburger Dom 800 Jahre alt, die friedliche Revolution in der DDR mit dem kompatiblen Fall der Berliner Mauer jährt sich zum 20. male.
Abschließend noch einige prominente Personen mit runden Todestagen:
Am 9. April ist Architekt Frank Lloyd Wright 50 Jahre tot, ebenso wie Boris Vian am 23. Juni und Alfred Kubin am 20. August.
Im Jahre 2009 würden folgende Persönlichkeiten 100 Jahre alt:
Der Komiker Heinz Erhardt am 20. Februar, der Kunsthistoriker Ernst Gombrich am 30. März, der Jazzmusiker Benny Goodman am 30.Mai, der österreichische Vordenker der Mikroökonomie („small is beautiful“) Leopold Kohr am 5. Oktober und einer der Väter des absurden Theaters, Eugene Ionesco am 26. November. 200 Jahre alt würde der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy. Ebenso Charles Darwin, der Begründer der modernen Evolutionstheorie.

Und was sagt uns das?
Offensichtlich vergeht dieses Jahr kein einziger Tag ohne irgendein rundes Jubiläum, dessen man nicht gedenken müßte.

Ein wahres Paradies für Streber, Geschichtsbeflissene oder solche, die ihr Allgemeinwissen ganz simpel auffrischen wollen.

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