Lustig

…sind sie schon mal anzuse­hen, die Plakate der Grü­nen Partei für die nahende Kom­mu­nal­wahl. Auf 3D-Auf­stellern haben deren Mitar­beiter nun die Sichtwer­bung an allen rel­e­van­ten Verkehrsknoten­punk­ten Weimars platziert.
Das fällt auf und ist nicht halb so infla­tionär wie die son­stige ordinäre Antakkerei an den Mas­ten der Straßen­beleuch­tung.

Und auch die Plakat­mo­tive selbst sind enthemmt grün gehal­ten: Mit einer Art Deja-vu Effekt, welcher im Speziellen an die Sendung mit der Maus erin­nert – ins­beson­dere an die bun­ten, sch­ablo­nen­haften Comics mit dem klu­gen Maulwurf Made in Tschechien. Willkom­men im Takka-Tukka-Land.

Doch auf diese Weise ver­mit­teln sich die Posi­tio­nen der Grü­nen auf­fal­l­end, wie etwa die des Schwansee­bads als Natur­bad, des Daten­schutzes, der lokalen Fein­staub-Belas­tung, der Rad­fahrer-Stadt, des besser struk­turi­erten Nahverkehrs und einer selb­stver­ständlich naz­ifreien Region. Das ist frech, witzig und durchtrieben. Ein biss­chen schlingert die Angele­gen­heit freilich – allzu schnell kön­nte man die Kam­pagne mit der des Kinderzirkus Tasi­fan ver­wech­seln – um beim Lokalkolorit zu bleiben. Doch das ist ok, schließlich klärt der Text auf.

Völ­lig aus dem Ruder läuft allerd­ings die Foto­strecke der Parteikan­di­daten, welche die Aktion begleitet.
Denn man kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Parteipro­tag­o­nis­ten zukün­ftig wie die Erzieher einer Kita in Erschei­n­ung treten und wom­öglich noch agieren wollen.

Aua. So blickt man in das Antlitz bemüht lächel­nder Per­so­nen, denen man ansieht, wie unan­genehm Ihnen die Foto­ses­sion gewe­sen ist. Da sitzen und ste­hen sie nun und kön­nen nicht mehr anders. Und auch der Comic – Hin­ter­grund mit Sonne und lusti­gen Tieren auf den Wölkchen reißt die Sache nicht mehr raus. Schade. Set­zen und fünf minus für den Fotografen – oder die Fotografin.

Da sind ja die Ama­teur-Bilder, welche die Grü­nen-Kan­di­daten auf der Web­site zeigen, noch besser.
Fazit: Für die näch­ste Kam­pagne unbe­d­ingt den Fotografen wech­seln.