Von Claus Bach, 6. Mai 2009, 11:26 Uhr

…sind sie schon mal anzusehen, die Plakate der Grünen Partei für die nahende Kommunalwahl. Auf 3D-Aufstellern haben deren Mitarbeiter nun die Sichtwerbung an allen relevanten Verkehrsknotenpunkten Weimars platziert.
Das fällt auf und ist nicht halb so inflationär wie die sonstige ordinäre Antakkerei an den Masten der Straßenbeleuchtung.

Und auch die Plakatmotive selbst sind enthemmt grün gehalten: Mit einer Art Deja-vu Effekt, welcher im Speziellen an die Sendung mit der Maus erinnert – insbesondere an die bunten, schablonenhaften Comics mit dem klugen Maulwurf Made in Tschechien. Willkommen im Takka-Tukka-Land.

Doch auf diese Weise vermitteln sich die Positionen der Grünen auffallend, wie etwa die des Schwanseebads als Naturbad, des Datenschutzes, der lokalen Feinstaub-Belastung, der Radfahrer-Stadt, des besser strukturierten Nahverkehrs und einer selbstverständlich nazifreien Region. Das ist frech, witzig und durchtrieben. Ein bisschen schlingert die Angelegenheit freilich – allzu schnell könnte man die Kampagne mit der des Kinderzirkus Tasifan verwechseln – um beim Lokalkolorit zu bleiben. Doch das ist ok, schließlich klärt der Text auf.

Völlig aus dem Ruder läuft allerdings die Fotostrecke der Parteikandidaten, welche die Aktion begleitet.
Denn man kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Parteiprotagonisten zukünftig wie die Erzieher einer Kita in Erscheinung treten und womöglich noch agieren wollen.

Aua. So blickt man in das Antlitz bemüht lächelnder Personen, denen man ansieht, wie unangenehm Ihnen die Fotosession gewesen ist. Da sitzen und stehen sie nun und können nicht mehr anders. Und auch der Comic – Hintergrund mit Sonne und lustigen Tieren auf den Wölkchen reißt die Sache nicht mehr raus. Schade. Setzen und fünf minus für den Fotografen – oder die Fotografin.

Da sind ja die Amateur-Bilder, welche die Grünen-Kandidaten auf der Website zeigen, noch besser.
Fazit: Für die nächste Kampagne unbedingt den Fotografen wechseln.

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