Von Claus Bach, 2. Mai 2012, 11:26 Uhr

Diese Charakterbeschreibung für markante Personen unseres Alltagslebens ist schon längst ein Klassiker. Kein Wunder also, dass Sie auch gern für diverse Werbekampagnen genommen wird.

Diesmal hat es die norddeutsche Brauerei „Holsten“ getan: „Ecken.Kanten.Holsten“ heißt deren aktuelle Werbung.

So blicken uns auf den Großplakaten drei schwarz weiß fotografierte Männergesichter verschiedenen Alters an. Mit mehr oder weniger groben Lebensfurchen in Ihren Gesichtern. Also ganz eigene Persönlichkeiten. Entsprechend kompatibel sind auch die Headlines zu den Typen-Bildern:

„Macht Ihr mal Eure Worklife – Balance. Ich mach Feierabend“, „Das Leben gibt’s auch nicht in Light“ oder: „Keine Ahnung, wo der Trend hingeht. Ich geh ins Stadion“.

Das soll freilich  Lebensnähe vermitteln – ohne dem Klischee von Harz-Vier Typen beim Smalltalk zu verfallen. Endet aber doch in feucht fröhlicher Trinker – Mentalität. Und eine Spur zu schick:

Denn die drei Herren sind derart aufdringlich und hip in Szene gesetzt, dass durchaus Zweifel in punkto Lebenserfahrung aufkommen. Die  reduziert sich eher auf die bekannten Risiken und Nebenwirkungen mit Umgang und Genuss alkoholischer Getränke.

Eigentlich passt das ja. Schließlich geht’s um simple Bierwerbung. Saufen fürs Leben, was sonst. Und gut für Zeitgenossen, die den Stammtisch als hundertprozentigen Lebensersatz nutzen. Aber wieso eigentlich nur Männer? Einfache Antwort: Das Klischee ist tot. Es lebe das Klischee!

So gesehen ist der Firma Holsten eine echte Anti-Reklame gelungen.

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