Von Claus Bach, 28. Januar 2015, 13:03 Uhr

Seit gestern hat das US – Außenministerium eine aktuelle Reisewarnung nach Deutschland veröffentlicht. Angesichts der steigenden Pegida – Demonstrationen mahne man „alle US – Bürger, sich der erhöhten Bedrohungslage bewusst zu sein und angemessene Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Selbst wenn die Demonstrationen friedlich angelegt seien, könne es zu Ausschreitungen und Gewalt kommen.“

Konkret werden die Städte Berlin, Frankfurt, München, Dresden, Leipzig, Köln und Düsseldorf genannt.

Doch ausnahmsweise ist besagtes Ministerium nicht ganz auf dem aktuellen Stand der Dinge.
Denn seit vergangenem Wochenende müsste die Stadt Erfurt an erster Stelle einer no visit – list für US – Bürger stehen. Dort fand die erste Demonstration explizit gegen die „Amerikanisierung des Abendlandes“ statt.

Pegada nannte sie sich und bestätigte die Warnungen des US – Ministeriums.
So wirken die bizarren Demo – Aufläufe über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus.

Wie ein Bazillus entlädt sich der Frust der klassischen „Schweigenden Mehrheit“. Aus dem vermeintlichen Nichts heraus. Mittlerweile ist Pegida zum mobilen Stammtisch geworden.
Streckenweise trägt die Angelegenheit comichafte Züge. Öffentliche Dialoge mit einschlägigen Akteuren verlaufen in fast durchgängig bizarren Argumentationsketten.
Schuld sind immer die anderen, Politiker und Medien sowieso.
Und alle, die irgendwie logisch argumentieren.

Zitat eines Pegida – Demonstranten: „Hör mir doch bloss auf mit Statistiken.
Sowieso alles erstunken und erlogen.“

Was nicht passen will, wird passend herbeigeredet. 
Mit anderen Worten:
Mentale Diskussionsdemenz der ganz eigenen Art.

Flankiert wird das dann auch noch vom kompatiblen Demonstrationsfetisch:
Einem leuchtenden Christuskreuz in schwarz rot goldenen Farben.

Man darf gespannt sein, welches Ausland sich der deutschnationalistische Mob als nächstes für eine Demo vornimmt. Freilich zynisch gesprochen.

Und das ist überhaupt keine gute Entwicklung.

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