Multiple Defekte

Seit gestern hat das US – Außen­min­is­terium eine aktuelle Reise­war­nung nach Deutsch­land veröf­fentlicht. Angesichts der steigen­den Pegida – Demon­stra­tio­nen mahne man „alle US – Bürger, sich der erhöhten Bedro­hungslage bewusst zu sein und angemessene Vor­sichts­maß­nah­men zu ergreifen. Selbst wenn die Demon­stra­tio­nen friedlich angelegt seien, könne es zu Auss­chre­itun­gen und Gewalt kom­men.“

Konkret wer­den die Städte Berlin, Frank­furt, München, Dres­den, Leipzig, Köln und Düs­sel­dorf genannt.

Doch aus­nahm­sweise ist besagtes Min­is­terium nicht ganz auf dem aktuellen Stand der Dinge.
Denn seit ver­gan­genem Woch­enende müsste die Stadt Erfurt an erster Stelle einer no visit – list für US – Bürger ste­hen. Dort fand die erste Demon­stra­tion explizit gegen die „Amerikanisierung des Abend­lan­des“ statt.

Pegada nan­nte sie sich und bestätigte die War­nun­gen des US – Min­is­teri­ums.
So wirken die bizarren Demo – Aufläufe über die Gren­zen der Bun­desre­pub­lik hin­aus.

Wie ein Bazil­lus entlädt sich der Frust der klas­sis­chen „Schweigen­den Mehrheit“. Aus dem ver­meintlichen Nichts her­aus. Mit­tler­weile ist Pegida zum mobilen Stammtisch gewor­den.
Streck­en­weise trägt die Angele­gen­heit comichafte Züge. Öffentliche Dialoge mit ein­schlägi­gen Akteuren ver­laufen in fast durchgängig bizarren Argu­men­ta­tions­ket­ten.
Schuld sind immer die anderen, Poli­tiker und Medien sowieso.
Und alle, die irgend­wie logisch argu­men­tieren.

Zitat eines Pegida – Demon­stran­ten: „Hör mir doch bloss auf mit Sta­tis­tiken.
Sowieso alles erstunken und erlogen.“

Was nicht passen will, wird passend her­beigere­det. 
Mit anderen Worten:
Men­tale Diskus­sions­de­menz der ganz eige­nen Art.

Flankiert wird das dann auch noch vom kom­pat­i­blen Demon­stra­tions­fetisch:
Einem leuch­t­en­den Chris­tuskreuz in schwarz rot gold­e­nen Far­ben.

Man darf ges­pannt sein, welches Aus­land sich der deutschna­tion­al­is­tis­che Mob als näch­stes für eine Demo vorn­immt. Freilich zynisch gesprochen.

Und das ist über­haupt keine gute Entwick­lung.