Von Claus Bach, 21. August 2013, 11:05 Uhr

Mit den Kandidatenporträts ihrer üblichen Verdächtigen hat sich nun auch die CDU in den visuellen Kampf am Straßenrand zur diesjährigen Bundestagswahl eingeschaltet.
Selbstverständlich ist das nur ein Anfang. Denn ab sofort wird mit vier Großplakaten zünftig geworben.
„Gemeinsam erfolgreich“ lautet die Devise.

So erblicken wir das fotografierte Bildnis einer lustigen Kleinfamilie bei der Küchenarbeit. Genauer gesagt bei der Herstellung eines Eierkuchens. „Jede Familie ist anders. Und uns besonders wichtig.“, versichert der kompatible Text. Aha. Kann schon sein, dass jede Familie ihre Eierkuchen anders anrichtet.

Als nächstes wird dann die Arbeit durchgenommen: „Gute Arbeit und neue Ideen. So bleibt Deutschland stark“, liest man über der Fotografie, welche offensichtlich in einer Autowerkstatt entstand. Der Meister ist im Gespräch mit einem weiblichen Lehrling zu sehen. Ziemlich austauschbar.

Ähnlich verhält es sich bei Plakat Nummer drei. Das zeigt die Aufnahme einer rüstigen Oma beim lustigen Kaffeeklatsch mit ihrer kleinen Enkelin. Klar, das ist eine charmante Anspielung in Richtung Zukunft. „Solide Finanzen sind wichtig. Weil wir an morgen denken.“, lautet der Kommentar. Ebenfalls ganz die Konkurrenz. Wer will das nicht.

Mit Motiv Nummer vier wagen sich dann die Macher der Kampagne verhältnismäßig weit vor:
Zuversichtlich blickt ein junges behelmtes Pärchen während ihrer Fahrt auf einem Moped in die Ferne. „Wachstum braucht Weitblick. Und einen stabilen Euro.“, lautet die symbolträchtige Parole. Hier wurde wenigstens versucht, die Sache ein bisschen auf einen parteigebundenen Punkt zu bringen.

Fazit: Die aktuelle CDU – Wahlkampagne wird von einem Potential völlig inhaltsfreier Siegermentalität getragen. Fast scheint sie über den realen Dingen zu stehen. Vielleicht trotz oder gerade wegen ihrer frechen Austauschbarkeit.

Freilich ist das langweilig. Etwas gepfefferter hätte die Sache schon ausfallen können.
Die Zeiten der bösen „Roten Socken“ sind wohl erstmal vorbei. Eigentlich schade.

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