Von Claus Bach, 19. August 2009, 11:26 Uhr

…ist es bekanntlich, ins schwarze Loch einer Kamera zu blicken. „Wie beim Zahnarzt und so weiter fühle man sich, einfach unwohl und schlichtweg furchtbar. Hilflos dieser Maschine ausgeliefert. So will selbst die optische Medientauglichkeit erst mal gelernt sein. Vor allem dann, wenn betreffende Akteure dem Dauerfeuer der Fotografen und Kameramänner ausgesetzt sind. Keine einfache Sache. Und manchmal braucht gut Ding eben besonders viel Weil.
Das wäre zumindest eine Lesart des aktuellen Porträts des amtierenden thüringischen Ministerpräsidenten, welches uns von den Straßenrändern vor mutwillig blauem Hintergrund entgegen springt.

Da schaut er nun mit angeschnalltem Lächeln drein. Aber das ist mehr als nur Krampf. Das ist eine visualisierte Wahlkampf – Ansage. Leicht macht es sich der Landesvater damit nicht, keine Spur von Offenheit ist in seinem Gesicht zu finden. Satt dessen blickt ein außerordentlich verspanntes Antlitz von den CDU-Postern.

Aber vielleicht ist das sogar ganz ehrlich gemeint: „Augen auf und mit aller Macht durch“ könnte man hineinlesen. Vergesst den sympathischen Lehrer aus dem Eichsfeld, das war er nie. Was zählt, ist Autorität, Durchsetzungeskraft und freilich Kompetenz.

Und während sich die Polit-Konkurrenz mit Arbeitern und sonstigen Bürgern auf deren Wahlplakaten grinsend ankumpelt, bekennt Althaus Farbe: Verlogene Sympathie war gestern. Weg mit der Dauergrinserei. Alles aufgesetzt, lasst uns zum Kern der Dinge kommen.

Dabei müsste er gar nicht so hart drein blicken. Seine einschlägige Lobby ist stark, eigentlich kein Grund zur Sorge. Aber offensichtlich doch. Nicht ohne Grund macht ein anderes CDU-Poster den politischen Hauptfeind aus, und das gleich mit einem durchtriebenen Spruch: „Zukunft macht man nicht mit Links“. Daher weht der Wind.

Das erklärt das angetuckerte Kampf-Grinsen des kandidierenden CDU-Frontmanns. Schlichte Panik vor dem Hauptfeind. Wehret den Anfängen. Zukunft muss jetzt sein, bevor es vermeintlich zu spät ist. Und was sagt uns das?
Schluss mit Lustig:
Liebe Bürgerinnen und Bürger, bleibt stark! Auch, wenn Euch der Landesvater vom Straßenmast anschaut. Wenn Ihr nichts angestellt habt, braucht Ihr Euch auch nicht zu fürchten und könnt reinen Herzens weitergehen. Denn siehe, er ist bei Euch alle Tage und seine Güte wäret ewiglich. Denn ihm ist das Reich, die Macht und Herrlichkeit.

Ein Schelm, wer schlechtes dabei denkt. Fast wie in alten Zeiten.

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