Von Claus Bach, 7. Januar 2009, 11:26 Uhr

…lautet schlicht die Modellnummer der Schuhe, welche der irakische TV-Journalist Muntadhar al-Zaidi während einer Pressekonferenz in Bagdad am 14.Dezember 2008 auf G.W.Bush warf.
Dass er damit nicht nur zum Märtyrer, sondern auch zum lokalen Wirtschaftsmotor wurde, hätte wohl sicher niemand gedacht.
Denn seit Ende letzten Jahres kann sich die kleine türkische Herstellerfirma besagter Bushwurf-Schuhe nicht mehr vor Bestellungen und berichterstattenden Journalisten retten.
Baydan Soes“ heißt sie schlicht und muß nun etwa 300.000 Bestellungen besagten Schuhmodells bearbeiten – unter Mithilfe von 100 neu angestellten Mitarbeitern.
Die meisten Bestellungen kommen freilich aus dem Irak und den Nachbarländern, dicht gefolgt von Ordern den USA und Großbritannien.
So wurden allein 18.000 Paare von einer britischen Firma bestellt, die besagte Schuhe mittels Werbespot als „Bye-Bye-Bush“- Markenschuhe verkaufen will. Und die werden sicher bald Verwendung finden.

Denn auch al Zaidis Schuhwurf-Aktion schlechthin ist zum neuen Protestsymbol avanciert:
Aus Protest gegen die jüngsten israelischen Angriffe auf den Gazastreifen warfen in London tausende Demonstranten ihre alten Schuhe auf den Sitz des britischen Premiers Gordon Brown.
Und wie nicht anders zu erwarten, wird die Schuhwurf-Aktion nun auch in der zeitgenösssichen Kunst verhackstückt:
So können die Besucher der „MAda Shell Gallery“ in Ashland im Bundesstaat Oregon/USA rot eingefärbte Schuhe per Katapult-Mechanismus auf das Porträt des scheidenden US-Präsidenten werfen.
Ähnlich wie beim klassischen Büchsenwurf kostet jeder Schuhwurf einen Dollar.
Erster aktionistischer Ausstellungsbesucher ist denn auch gleich ein städtischer Abgeordneter gewesen.
Das Geld soll zur zukünftgigen Finanzierung neuer Ausstellungen und Projekte verwendet werden.

Und was sagt uns das alles?
Wenn Du zur Demo gehst, vergiss die Schuhe nicht – es sei denn, Du begibst Dich In eine Ausstellung.

Schon oft sorgten spontane Aktionen für die größte Furore – früher auf der Straße, heute medienwirksamer denn je in der Pressekonferenz.

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