Von Claus Bach, 25. Februar 2015, 14:30 Uhr

Man startet den Rechner und öffnet das Textprogramm. Danach tippt man per Tastatur die Worte „Ich bin Opfer des Neuen Bauhaus – Museums“.

Möglichst groß im Querformat DIN A4. Der Schrifttyp ist egal, Hauptsache leserlich.
Antiqua ist gut, was klassisches.

Dabei soll das Wort „Opfer“ möglichst groß und flammend rot erscheinen.
Kein Problem.
Anschließend wird das ausgedruckte Exemplar in eine passende Prospekthülle gesteckt.

Und fertig ist das Sichtmaterial für die Protestaktion gegen die beabsichtigte Fällung diverser Bäume im Zuge  der erwähnten Baumaßnahme.

Optimaler Weise sollten freilich gleich mehrere dieser wettergeschützten Protest – Zettel angefertigt werden. Pro Baum drei bis vier. Man kann nie wissen. Vielleicht so etwa 40.

Anschließend begibt man sich in den Park und sucht sich für die Aktion einige besonders auffällige Baum – Exemplare aus. Schließlich soll von der Sache Symbolwirkung ausgehen.

Egal, welche Bäume von den zukünftigen Killern erledigt werden und welche nicht.

Mittels Strick werden nun jeweils vier der hergestellten Markierungszettel um einen Baum gebunden.
Und fertig ist die kleine, aber feine Protestaktion gegen die Errichtung des Neuen Bauhaus – Museums.

Ab sofort heißt es nicht mehr „Trommle Dich frei“, sondern:
„Demonstriere Dich frei.“

Dumm nur, dass kein einziger der von den Akteuren bezettelten Bäume jemals gefällt wird. Das stellte die Stadtverwaltung nochmals richtig.

Da hätten sich die Aktivisten der Piratenpartei wohl doch kundig machen sollen.
Bevor sie eingangs beschriebene Aktion am 20. Februar 2015 realisierten.

An jenem Tag sollte der erste Spatenstich für das geplante Museum erfolgen.

Eine peinliche Angelegenheit. Klassischer Demo – Dilettantismus.

Unfreiwillig steht der auch exemplarisch für die Aktivitäten der selbsternannten „Initiative Stadtforum“.
Mit zäher Beständigkeit ist jene bekanntlich auf Komplett – Verhinderung des geplanten Museumsneubaus abonniert.

Koste es, was es an juristischem Aufwand für alle Beteiligten wolle.

Und überhaupt:
Die Initiatoren dieser Initiative sollten wissen, dass der Entwurf des Neuen Bauhaus-Museums den ursprünglichen Park – Charakter des Assbach – Straßenzugs vor seinem städtebaulichem Abschliff durch die Nazis wieder aufgreift.

Schon oft hat die Kulturstadt Weimar die Chance vertan, den so wichtigen kulturellen Bogen in die Gegenwart zu schlagen und zeitgenössisch lebendig zu bleiben. Hoffentlich kommt es diesmal anders.

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