Peinliche Plätze

Dass Wer­bung nicht nur gut gemacht, son­dern auch opti­mal platziert wer­den sollte, ist eigentlich über­flüs­sig zu sagen.
Wobei das die Frage aufwirft, ob jemand über­haupt noch markante visu­al­isierte Anzeigen wahrnehmen kann. Schließlich leben wir in der Welt knall­bunter Bilder, die sich in ihrer ersten Wirkung kaum noch voneinan­der unter­schei­den. Erst der zweite Blick kann eine Auslese der Aufmerk­samkeit zu erzeu­gen. So mag dann auch die eine oder andere Wer­bung ihre Wirkung hin­ter­lassen. Oder auch nicht.

Anders ver­hält es sich allerd­ings, wenn die gedruckte Reklame völ­lig deplatziert in Zeitschriften oder öffentlichen Räu­men auf­taucht. Die Skala von Skan­dalen und schrä­gen Pein­lichkeiten ist da nach allen Seiten offen.

Die deutsche Aus­gabe der „Huff­in­g­ton Post“ hat nun
„Die 14 schlimm­sten Wer­be­platzierun­gen aller Zeiten“ gekürt.

Hier die markan­testen Beispiele:

Ein englis­chsprachiges Mag­a­zin druckte neben einer Spende­nak­tion für Kinder mit Down­syn­drom eine Handyreklame mit fol­gen­der SMS: „I´m laugh­ing so hard right now. „Ich muss jetzt so herzhaft lachen!“

In einem U-Bahn – Tun­nel prangt der min­i­mal­is­tis­che Slo­gan: „Come a lit­tle closer – Komm ein biss­chen näher“. Das will man nicht wirk­lich.

Oder, ganz uramerikanisch:
Eine große zweigeteilte Plakat­wand informiert auf der linken Seite über die steigende Anzahl von Herz­erkrankun­gen. Rechts daneben wirbt eine Fast­food – Kette für ihre Pro­dukte: Nimm zwei, bezahl drei fette Crois­sants.

Auf der Außen­seite der Roll­treppe eines Einkauf­szen­trums prangt ein Flugzeug als Reklame für eine Air­line. Anstatt nach oben bohrt sich die Mas­chine lei­der direkt in den Boden. Das nennt sich dann wohl umgekehrtes Wer­beprinzip.

Der unange­focht­ene Spitzen­re­iter der pein­lich­sten Wer­be­platzierun­gen kommt allerd­ings aus Deutsch­land.
Ein werbe­strate­gis­che Stil­blüte der aller­fe­in­sten Art:

Auf der Lokal­seite einer nord­deutschen Zeitung tauchte neben einer Ausstel­lungs­be­sprechung über das Schick­sal der Sinti im KZ Auschwitz eine Reklame von EON auf: „EON sorgt schon heute für das Gas von mor­gen. Neue Energie“

Kein Kom­men­tar. 
Da hat die Redak­tion aber so richtig gepennt.