Rauch am Horizont

…ist nicht nur ein geflügeltes Wort und wurde schon immer gern als Titel diverser Pop­songs und Pam­phlete genom­men. Nein, diese pen­e­trante Redewen­dung steht natür­lich auch und ger­ade jetzt im wörtlichen Sinn zur Dis­po­si­tion. Denn spätestens nach der Ver­ab­schiedung des Nich­traucherge­set­zes durch den Deutschen Bun­destag ist klar, daß für Raucher eigentlich kein Platz mehr auf dieser Welt ist. Wegges­perrt gehören sie.
Argu­mente wer­den fließban­dar­tig geliefert, und auch die nötige kom­pat­i­ble Bild­mon­tage – das fotografierte Porträt eines jun­gen Mannes mit Zigarette, welches zur rechten Hälfte zum Totenkopf wird, ist schon all­ge­gen­wär­tiges visuelles Label gewor­den. Bliebe als näch­stes allerd­ings die Frage, warum aus­gerech­net die rechte und nicht etwa die linke Gesicht­shälfte zum Totenkopf mutiert.
Die Antwort ist freilich sim­pel – schließlich lesen die Men­schen zumin­d­est im europäis­chen und anglo-amerikanis­chen Sprachkreis von links nach rechts, in Büch­ern wie Bildern.
In den Län­dern außer­halb dieses Kul­turkreises wird die Angele­gen­heit allerd­ings schwieriger, denn dort wird wie bekannt, von rechts nach links gele­sen. Was zur Folge hätte, dass sich erwäh­nte Schock-Mon­tage ins groteske Gegen­teil verkehren würde: Gesund und lebendig durch puren Rauch. Na prima.
Und der bewußte „Welt-Nich­trauchertag“ stände mit diesem Label auf äußerst gesund­heit­spoli­tisch unko­r­rek­ten Füßen – oder besser Bildern.
Denn – und das mag sicher an den berühmten Haaren her­beige­zo­gen sein – die poli­tisch-par­la­men­tarische Rechte wird in bewußter Bild­mon­tage mal eben auch gle­ich zum Totenkopf stil­isiert. Wer hat sich das bloß aus­gedacht.
Ein ähn­liches Bild gab es übri­gens schon in den siebziger Jahren des let­zten Jahrhun­derts als Brief­marken­mo­tiv. Damals wurde vor Dro­gen­mißbrauch gewarnt. Zu sehen war das Haupt eines jun­gen blonden Hip­pimäd­chens, welches – von rechts nach links – zum Totenkopf mutierte.

Fazit: Wieder ein­mal hat die hys­ter­ische Nich­traucher­lobby konzep­tionell ordentlich danebenge­hauen.
Na denn Prost Mahlzeit – oder etwa gut Holz?