Von Claus Bach, 10. Februar 2010, 11:26 Uhr

…oder: „Erst denken, dann posten!“ verkündet zurecht die Website Klicksafe.de zum gestrigen „Tag des sicheren Internets“. Und weiter heißt es: „50 % der Teenager in Europa geben im Web persönliche Informationen preis, die unter Umständen für immer online bleiben und von jedem eingesehen werden können…“. Zudem wurde bemängelt, dass die sozialen Netzwerke noch immer erhebliche Lücken in deren privat gesicherten Bereichen aufweisen.

Hält man sich beispielsweise auf der Seite eines Freundes auf, sieht man auch dessen gesamte Korrespondenz mit all seinen Freunden. Das kann sowohl erhellend als auch peinlich werden.

Und da beginnt der Widerspruch. Denn genau das gehört zum Charakter sozialer Netzwerke: Lerne die Freunde der Freunde und deren Profil kennen und kommuniziere mit Ihnen. Finde neue Bekanntschaften. Eigentlich eine schöne Sache und hilfreich für schüchterne Menschen.

Aber es geht noch exzessiver. Selbstverständlich wird auch diese freiwillige Vernetzung mißbraucht.
Hier ein Beispiel: „So möchte Franz K., dass auch Du ein Fan von ihm wirst. Werde Mitglied seines Clubs!“ Und so weiter.
Kein Aas erfährt, was der gute Franz denn so drauf hat ob seiner Sprüche. Also einfältige Selbstdarstellung. Bescheuert, wer dann auf sowas ein und dem Franz auf den Leim geht.
Doch Kommunikationsjunkies finden das klasse. Stimmung Online. Draußen vor der Tür ist eh nix mehr los. Womöglich muß man direkt mit lebendigen Personen reden. Igitt.

Und was für Informationen gilt, betrifft auch Bilder. Fotografien im speziellen. Bilderlawinen wabern inflationär im Netz, gebündelt von einschlägigen Plattformen: Gucke dort die Bilder anderer an und kommentiere sie. Amüsiere Dich über die schrägen Posen Unbekannter. Geteilte Freud kann freilich auch geteiltes Leid sein. Nicht allen gefällt das. Wer will schon gegen den eigenen Willen irgendwo vorgeführt werden?

Doch was soll dieses ganze Gelaber und Gejammer über die Gefahren des Internets? Ganz einfach: Maul halten und sehr genau entscheiden, was man im Netz publiziert.

Und für Schulkinder sollte es schleunigst bundesweit das Unterrichtsfach Namens „Medienkunde“ geben. Denn wer da zu spät kommt, den bestraft das Internet. Und das kann richtig weh tun.

Kommentiere den Artikel oder setze einen Trackback

Bisher keine Kommentare zum Artikel

  1. Bisher keine Kommentare

Kommentiere den Artikel

SPAM-Schutz
Wenn Du kein SPAM-Bot bist,
fülle bitte dieses Feld aus. *
Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.



Kommentare zu diesem Artikel über RSS 2.0-Feed verfolgen