Von Claus Bach, 7. Januar 2015, 12:49 Uhr

Gute zwanzig Jahre sind seit der Einführung der elektronischen Bildverarbeitung in unsere Medienlandschaft vergangen. Wie ein Virus breitete sich das Phänomen der „Digitalen Photographie“ aus.
Einige damalige Protagonisten konnten sogar ihren Vorsprung durch Einsatz sehr teurer Technik effektivst nutzen.
Um sich einen vermeintlichen Platz in der jüngeren Kunstgeschichte zu sichern.

Heute ist die Sache längst Allgemeingut. Alles ist vermeintlich möglich geworden. Photoshop ersetzt Hirn. Es gibt fast keine Werbekampagne mehr, die nicht ohne digitale Photo – Collagiererei auskommt.

Manchmal geht das gut, meistens jedoch nicht wirklich.

So auch in der aktuellen Kampagne der Konservativen Partei Großbritanniens.
Ausgerechnet die Schönwetter – Aufnahme einer Thüringer Sommerlandschaft in der Nähe Weimars wurde visuell verhackstückt und passend gemacht.

Die sanften grünen Hügel Thüringens werben nun für die britische Wirtschaft:
„Let´s stay on the road for a stronger economy“ steht programmatisch auf der Bildmontage.
Was zu deutsch heißt: „Lasst uns auf dem Weg zu einer starken Wirtschaft bleiben“.

Damit die Sache passt, wurde der britische Union Jack in den Vordergrund des Bildes eingefügt. Anschließend setzt sich besagte Landschaft fort. Eine asphaltierte, etwas wellig gerechnete Asphaltstraße schlängelt sich symmetrisch durch grüne Thüringer Felder zum Horizont hin. Darüber sind dann die so typischen weißen Wölkchen auf blauem Himmel zu sehen.

Überflüssig zu sagen, dass der Gesamteindruck die sterile Künstlichkeit einer geklonten Landschaftsaufnahme aufweist. Und somit auch deren Austauschbarkeit.

Doch mit einer entsprechenden Parole versehen geht sowas erstmal durch. Irgendwie.

Letztens allerdings entbehrt die Sache nicht einer gewissen Ironie:

Ausgerechnet die britischen Torys bemühen eine blühende Landschaft Ostdeutschlands zur enthemmten Parteienreklame.

Na bitte. Da hat die Einheit ja doch was gebracht.


 

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