Von Claus Bach, 19. Oktober 2011, 12:26 Uhr

Was das ist und wie das geht, kann folgendermaßenbeschrieben werden: Der Parkplatzwächter des London Bristol Zoos  war ein sehr freundlicher, sympatischer älterer Mann. Bekleidet mit Jeans, Poloshirt und blauer Basecap kassierte er seit 25 Jahren die fälligen Gebühren am Drehkreuz des Parkplatzes: Für ein Auto umgerechnet 1,40 €, für einen Reisebus 7,00 €.

Eines Tages war der Kassierer verschwunden. Offensichtlich war er in Rente gegangen.

So wandte sich die Geschäftsleitung des Zoos an die Stadtverwaltung und bat um eine Ersatzperson. Die Stadtverwaltung recherchierte und antwortete, dass die Verantwortung des Parkplatzes beim Zoo selbst liegt.

Die Geschäftsleitung des Zoos erwiderte, dass der Kassierer ein städtischer Angestellter sei. Daraufhin antwortete die Stadtverwaltung, dass dieser Mann niemals in Ihrem Dienste war und demzufolge auch kein Geld in die Stadtkasse abgeführt wurde.

Mit anderen Worten: Es gab einen Mann, der vor 25 Jahren ein Drehkreuz am Parkplatz vor dem Zoo installierte und einfach begann, jeden Tag zu kommen und die Parkgebühren für sich zu kassieren.

Die Besucherfrequenz des Zoos war offensichtlich recht gut. So beliefen sich die Einnahmen nach behördlicher Abschätzung auf ca. 560,- € pro Tag. Und das 25 Jahre lang. Davon ausgehend, dass er auch noch 7 Tage die Woche ohne nennenswerte Unterbrechung gearbeitet hat, hat er ungefähr eine Summe von reichlich 5 Millionen Euro kassiert.

Beschriebener Vorgang ist nun schon zwei Jahre alt.
Und bis heute weiß immer noch niemand den Namen des Mannes.
Ein anonymer Millionär. Und ein klassisches Beispiel wörtlich genommener Marktwirtschaft. Das könnte in Zukunft Schule machen.

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