Von Claus Bach, 18. April 2012, 11:26 Uhr

Seit gut drei Wochen sind sie nun an den Straßenlampen Weimars festgezurrt: Diverse pauschale Wahlkampf -Statements des noch amtierenden SPD – Oberbürgermeisters Stefan Wolf:

„Die lebendige Stadt – sozial und gerecht“, „Die Faire Stadt – Gute Löhne und starke Wirtschaft“. Und: „Die wachsende Stadt – Gut leben und Neues Wohnen“.

Diese griffigen Parolen fallen erstmal auf und unterbrechen den Reigen der sonst üblichen Porträtfotos der OB -Wahlkandidaten. Das ist dann freilich auch von Stefan Wolf zu finden: Zuversichtlich blickt er uns Passanten vom Straßenrand entgegen.

Irgendwie funktioniert ein Wahlkampf ohne Bilder dann doch nicht wirklich. Und ebenfalls kommen die Kandidaten nicht ohne die bewussten Informations – Handkärtchen aus.

Da steht dann das Kernprogramm drauf. Das vom amtierenden Oberbürgermeister ist übrigens am kleinsten. Dafür aber inhaltlich am konkretesten. Was wiederum kein Wunder ist. Schließlich steht der Mann im Stoff und will eben wiedergewählt werden.

Und nutzt dazu gleich mal seinen medialen Heimvorteil im örtlichen Rathauskurier. In Form von kurzen Bilanzen seiner Amtszeit. Nicht so gut. Aber auch irgendwie unvermeidlich.

Denn jede amtliche Pressemitteilung Inclusive Foto gerät per se zur unfreiwilligen Wahlpropaganda. Zumindest können das seine Konkurrenten unterstellen. Vielleicht auch nicht ganz zu unrecht.

Fazit: Die Kampagne des amtierenden SPD –OB-Kandidaten ist ausgesprochen nüchtern, realitätsbezogen und wird dem berühmten Helmut Schmidt – Zitat vollends gerecht:
„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“

Aber das ist zugleich ihr Dilemma.

Bleibt die Frage nach der wirklichen Kompetenz. Denn alle OB-Kandidaten versprechen alles real irgendwie mögliche.
Das kann am 22. April 2012 spannend werden.

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Bisher 1 Kommentar zum Artikel

  1. Kommentar von philipp

    Jetzt fehlt noch ein Kommentar zu den FDP-Plakaten, achja, da ist ja gar kein Bild drauf… komisch, hatten die gar keinen Kandidaten? :-))

    Fazit: Heruntergerissen wurden alle Plakate. Kranz hat jetzt mit CLP nachgelegt, hoffentlich werden die Bushaltestellen nun nicht auch sämtlich zerstört. Unter WahlKAMPF stellt man sich ja was anders vor, als Boxen gegen Pappen.

    Aber: Plakate können auch im 21. Jhd. noch Emotionen wecken. Das ist gut. Leider ist die „Jugend“ nicht mehr in der Lage, mit Gegenplakaten zu reagieren, sondern schaffts heute lediglich, „Bücher zu verbrennen“.

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