Stark bewölkt bis bedeckt

.…und weiter viel Schnee, verkün­den die aktuellen Wet­ter­prog­nosen der Nachricht­ensender. Weniger Schnee allerd­ings dürfte in der näch­sten Zeit die Enthül­lungsplat­tform »Wik­ileaks« bedecken.

Trotz aller Zwiespältigkeit hat sie längst einen his­torischen Wen­depunkt markiert. Nicht nur in der Recherche für Bild – und Textberichter­stat­tung.
Denn nun ist die Angele­gen­heit in einen glob­alen virtuellen Schlagab­tausch aus­geartet.

Vom „Kampf ums Netz“ und „Cyberkrieg“ ist drama­tisierend die Rede. Und der soll so begonnen haben:

Kurz nach Veröf­fentlichung banaler US-Geheim­doku­mente wur­den von Staats wegen ver­meintlich schädliche Web­sites ges­perrt. Selb­stver­ständlich aus Grün­den der nationalen Sicher­heit.

Daraufhin traten einige Ama­teurhacker in Aktion und ver­grif­fen sich an den Web­sites diverser virtueller Bezahl – Plat­tfor­men.

Das wiederum lässt nun freilich Zen­surbe­hör­den – beson­ders in den USA – auf den Plan treten. Jetzt wer­den gle­ich­mal die Web­seiten von Nachricht­en­me­dien, die Wik­ileaks – Doku­mente veröf­fentlicht haben, ges­perrt. Allerd­ings nur für Mitar­beiter der US-Luft­waffe. Iro­nis­cher­weise.

Unter­dessen steigt im richti­gen Leben die Anzahl der Wik­ileaks – Anhänger sprung­haft und lässt die Sache zu einem medi­alen Phänomen wer­den.

Ganz grund­sät­zlich wird für den uneingeschränk­ten Zugang von Infor­ma­tio­nen aller Art im Netz gestrit­ten. Egal, welche. Und neben­bei wird der Grün­der besagter Enthül­lungsplat­tform zur Sym­bol­figur und löst gebün­delte Geld­spenden – Aktio­nen aus.

Und siehe, so ist das Inter­net mit aller Macht im richti­gen Leben angekom­men. Ein biss­chen gedauert hat es freilich. Ab sofort kön­nten die Hand­lungsplots vieler Inter­net-Krim­i­nal­filme Real­ität wer­den.

Frei nach dem Motto des US-Streifens „Im Netz des FBI“ aus dem Jahre 1995: „Hacker aller Län­der, vere­inigt Euch“!

Wenn es nur nicht so ernst wäre.