Von Claus Bach, 15. Dezember 2010, 11:26 Uhr

….und weiter viel Schnee, verkünden die aktuellen Wetterprognosen der Nachrichtensender. Weniger Schnee allerdings dürfte in der nächsten Zeit die Enthüllungsplattform „Wikileaks“ bedecken.

Trotz aller Zwiespältigkeit hat sie längst einen historischen Wendepunkt markiert. Nicht nur in der Recherche für Bild – und Textberichterstattung.
Denn nun ist die Angelegenheit in einen globalen virtuellen Schlagabtausch ausgeartet.

Vom „Kampf ums Netz“ und „Cyberkrieg“ ist dramatisierend die Rede. Und der soll so begonnen haben:

Kurz nach Veröffentlichung banaler US-Geheimdokumente wurden von Staats wegen vermeintlich schädliche Websites gesperrt. Selbstverständlich aus Gründen der nationalen Sicherheit.

Daraufhin traten einige Amateurhacker in Aktion und vergriffen sich an den Websites diverser virtueller Bezahl – Plattformen.

Das wiederum lässt nun freilich Zensurbehörden – besonders in den USA – auf den Plan treten. Jetzt werden gleichmal die Webseiten von Nachrichtenmedien, die Wikileaks – Dokumente veröffentlicht haben, gesperrt. Allerdings nur für Mitarbeiter der US-Luftwaffe. Ironischerweise.

Unterdessen steigt im richtigen Leben die Anzahl der Wikileaks – Anhänger sprunghaft und lässt die Sache zu einem medialen Phänomen werden.

Ganz grundsätzlich wird für den uneingeschränkten Zugang von Informationen aller Art im Netz gestritten. Egal, welche. Und nebenbei wird der Gründer besagter Enthüllungsplattform zur Symbolfigur und löst gebündelte Geldspenden – Aktionen aus.

Und siehe, so ist das Internet mit aller Macht im richtigen Leben angekommen. Ein bisschen gedauert hat es freilich. Ab sofort könnten die Handlungsplots vieler Internet-Kriminalfilme Realität werden.

Frei nach dem Motto des US-Streifens „Im Netz des FBI“ aus dem Jahre 1995: „Hacker aller Länder, vereinigt Euch“!

Wenn es nur nicht so ernst wäre.

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