Von Claus Bach, 28. April 2010, 11:26 Uhr

Du stehst im Dunkeln und tastest Dich im Raum nach dem Lichtschalter. Du stellst ihn an. Erstmal passiert nix und es bleibt schwarz. Und dann, ganz langsam, flackert ein trübes Licht auf und wird sachte heller. Unangenehm kalt funzelt es vor sich hin.

Eine Energiesparlampe. Igitt. Weiß und monströs verschnörkelt sieht das Ding aus. Nicht mal die Form taugt was. Als ob sie jemand in einem Knet-Dich-frei -Selbsthilfekurs gezwirbelt hat.

Aber das zählt ja nix. Denn es spart langfristig Energie. Was uns Alltagsmenschen immer noch nicht klar werden will. Und deshalb musste uns geholfen werden. Wie im Kindergarten. Wir wurden zünftig gegängelt und die alte Glühbirne per EU-Verordnung schlichtweg verboten. Zuerst alle mattierten und die klare 100-Watt-Lampe: Richtlinie „2005/32/EG“. Weil sie eben zuviel Strom ziehen und wir Verbraucher nicht langfristig denken. Sagen bekanntermaßen ausgerechnet die zuständigen deutschen EU-Technik -Experten.

Doch die müßten dafür eigentlich als vorsätzliche Umweltsünder bestraft werden. Denn Energiesparlampen enthalten schwer abbaubare Materialien: Ein heimtückischer Mix aus Quecksilber und anderen Kunststoffen.

Na Prost Mahlzeit. Nicht auszudenken, wenn so ein Energiesparleuchtengeschoss im Kinderzimmer auf dem Boden zerbricht. Da will also jemand den Teufel mit dem Beelzebub austreiben und hat die Sache auch noch durchsetzen können. Frechheit. Und alle machen den Mist mit.

Bizarrer kann ein Verbot nimmer sein. Aber wahrscheinlich umso nützlicher für die einschlägige Herstellerlobby.

Doch zunehmend regt sich vermehrt Widerstand:
Seit dem 20. April 2010 laufen jetzt 90 Künstler Sturm gegen das absurde Verbot. In einer Petition, in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Monopol“ heißt es: „Auf die Vielfalt des künstlichen Lichts können wir unmöglich verzichten. Traditionelle Glühbirnen sind essenzieller Teil unserer Beleuchtungskultur….Halogenlampen sind ebenfalls unverzichtbar, insbesondere für die Beleuchtung von Kunst, für die Illumination von Räumen, Bühnen und Fassaden“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer, dass 90 Promi-Künstler wohl noch nicht soviel bewirken können. Da muss noch mehr passieren.

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