Von Claus Bach, 12. Juni 2015, 11:17 Uhr

 

In der Regel sind Werbekampagnen ein klassisches Einweg – Geschäft. An ein neu erschienenes Produkt gekoppelt penetrieren sie dann meist als Riesenposter unsere Umwelt. Für einen mehr oder wenig kurzen Zeitraum. Danach verschwinden sie und machen Platz für eine neue.

So war meist der Lauf der Dinge. Doch seit dem Durchmarsch der sozialen Netzwerke hat sich auch das offensichtlich verändert. So ist jetzt eine bereits acht Jahre alte Kampagne zum sogenannten viralen Hit geworden.

Damals hatte die niederländische Entwicklungshilfe – Organisation „Cordaid“ eine Kampagne bei der Werbeagentur „Saatchi & Saatchi“ in Auftrag gegeben. Ausgerechnet. Für sie hat der schwedische Modefotograf Calle Stolz Afrikaner vom Stamm der Samburu aus Zentral – Kenia mit einschlägigen Markenprodukten vor Ort fotografiert. Wie klassische Models posierten sie in Ihrer Landschaft. Dabei halten sie Produkte, die niemand wirklich braucht, wie Fetische in den Händen.

Als da wären Edelparfüm, Luxus – Handtasche, Bier, Armreif und Marken – Sonnenbrille. Daneben ist dann zu lesen: Handtasche: 34,00 € / Essen für die Woche: 4,00 €.

Dabei agieren die Männer in ihrer abgerissenen Alltagskleidung. So entstanden Fotos, wie sie bedrückender nicht sein können. Abgemagerte Männer schmücken sich mit Luxusartikeln.
Und was das wichtigste ist: Die Protagonisten behalten dabei ihre Würde. Hart and er Grenze zum Zynismus der industrialisierten Wohlstandsgesellschaft.
Genau das war das besondere.

Sinn der Fotostrecke war freilich, auf die extreme Kluft zwischen arm und reich hinzuweisen. Und Spenden für besagte Hilfsorganisation einzuwerben.

Mit den Mitteln der klassischen Werbefotografie als erhellendes Instrument.

Damals ist diese Idee schon ein Erfolg gewesen. Im Jahre 2007 wurden diese Fotos flächendeckend verbreitet. Zu sehen waren sie in Shoppig-Malls, Restaurants und Bars europäischer Großstädte.

Die ausführende Werbeagentur wurde mit dem silbernen Löwen in Cannes bedacht. Den ließ sie versteigern und das Geld besagter Hilfsorganisation zukommen.

Bis heute hat die kraftvolle Ausstrahlung dieser Bilder offensichtlich nicht nachgelassen.
Selten, dass eine solche Kampagne ihre Verfallszeit überdauert.

Ein Klassiker. Wenngleich es davon viel mehr geben sollte.

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