Von Claus Bach, 27. August 2014, 11:42 Uhr

Nein, damit ist nicht die gleichnamige magdeburger Rockband gemeint. Genauso heißt das örtliche Studentenwohnheim „Am Jakobsplan“ im Szene -Volksmund.
Grund dafür ist die Belegung des Wohnheims mit größtenteils asiatischen Studierenden. Und das ist nur einer von vielen Spitznamen.

Nun hat sich eine Gruppe von drei Studierenden dem DDR -Plattenbau auf ganz eigene Weise genähert und ein künstlerisches Projekt draus gemacht. Mittels empathischer Recherche wurde die Historie des Gebäudes erforscht und in eine interaktive Installation verwandelt.

So kann der Besucher drei Bereiche des „Langen Jakobs“ besichtigen und benutzen:
Im Eingangsbereich des Erdgeschosses begegnet er einem nachgebauten Empfangstresen. Zu DDR – Zeiten war das der Einlassbereich des Wohnheims, an welchem sich die Studenten normalerweise auszuweisen hatten.
2014 ist daraus ein Info -Desk geworden.
Daneben kann man schon mal Farbvorschläge für einen eventuellen neuen Außenanstrich des Gebäudes machen.

In einem Teil des ehemaligen Studentenklubs wurde der Dokumentenraum installiert. Der zeigt die erforschte Historie des Gebäudes. Neben zahlreichen Pressetexten der Vergangenheit sind aussagekräftige schwarzweiß – Fotos vom damaligen Zustand einiger Räume des Wohnheims aus den 1970iger Jahren zu sehen.

Ein Zimmer der dritten Etage wurde zu einer Art Zettelraum: Hier können Besucher Fragen zur Zeit, zum Gebäude oder zum Projekt aufschreiben.

Das Zimmer der elften Etage schließlich dient als Aussichtspunkt mit kleinem selbstgebautem Baldachin vor dem Fenster.

„Fabulous Jakobsplan“ nennt sich das Projekt und will keineswegs als verklärende Retro -Angelegenheit verstanden werden. Vielmehr wollen die Akteure Ina Weise, Danielle Kourtesis und Nima Keshtkar die Beziehung zwischen Kunst und Architektur befragen.

Das ist zwar nicht neu. Aber am Beispiel des klassisch umstrittenen „El Plan de Jakob“ besonders spannend.
Und ein wenig frech grinst dabei freilich auch die DDR -Architektur um die Ecke.

Entstanden ist das Projekt im „Masterstudiengang Kunst im öffentlichen Raum“ der Bauhaus – UNI.
Wenn alles gut läuft, soll 2015 ein Buch aus dem entstandenen Material werden.
Während des Kunstfestes kann das „Open Source – Project“ täglich von 16.00 bis 19.00 Uhr besichtigt und benutzt werden.

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