Von Claus Bach, 11. November 2009, 11:26 Uhr

…hätte ZDF-Moderator Thomas Gottschalk am 09. November in Berlin ausrufen sollen – nachdem er schon vorher als Wetten-Verlierer im grauen Trabant anreisen mußte. Dann wär die Feier zum 20. Jahrestag des Falles der Berliner Mauer in Sack und Tüten gewesen. Wenn da nicht noch Geschichtsentertainer Guido Knopp und seine ALL Star -Zeitzeugen gewesen wären. Und so kam es, wie es kommen mußte. Die Angelegenheit geriet zum unvermeidlich pathetischen Showdown.

Ein medialer Jubiläumsorgasmus mit exzellentem Vorspiel.

Opernsängergruppe, Rockband und Berliner Staatskapelle lieferten den Soundtrack für die selbstverständlich themenbezogenen Reden. Irgendwie hatte man sowas erwartet. Ein klare Ansage zum „Fest der Freiheit“. Und nachdem schließlich auch der aktuelle Bezug zum Erfinder der Mikrokredite und den Chefs der Europäischen Union abgehakt war, gings zur Sache. Es purzelten endlich die 1000 bunt bemalten Dominosteine vom Potsdamer Platz bis zum Brandenburger Tor hintereinander um. Schön verspielt sah das aus und ließ die vorangegangenen Aktivitäten fast vergessen machen.

Da hatten Künstler die Hand im Spiel und das war spürbar. Wer sonst könnte so durchtrieben mit Symbolen umgehen und die Nachbarn zum Mitspielen einladen.

Kompliment, das hat die Angelegenheit nochmal rausgerissen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil eben das Volk samt Nachbarn Hand an die 2,50 m hohen Styroporsteine gelegt hatte. Wer wollte, konnte mitmachen.

So, wie vor 20 Jahren. Da hatten die mausgrauen Ossis den antifaschistischen Schutzwall eingerissen. Und die haben die Party mehr als verdient. Alle anderen waren ordinäre Trittbrettfahrer.

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