Von Claus Bach, 31. Juli 2013, 11:05 Uhr

Unter der Überschrift „Das Wir entscheidet“ betreibt die SPD seit Monaten einen wahrhaft verzweifelten Wahlkampf – Marathon.
Denn peinlicherweise nutzte diesen Slogan schon vorher eine Zeitarbeitsfirma zur Eigenreklame. Was zur Folge hatte, dass die Parteienkampagne beinahe zum konzeptuellen Rohrkrepierer geriet.

Eigentlich kein gutes Omen. Doch besagter Slogan wurde freilich inhaltlich erweitert.
So Kämpft die SPD hartnäckig und bleibt am Puls der Zeit. Und der drückt sich in farbigen Fotografien aus, die zu erwarten waren:

Das Bild einer jungen Mutter mit Kind vor Spielplatz verspricht zukünftig „Wir – für mehr Kindergartenplätze“.
Die Innenraumaufnahme einer jungen vierköpfigen Familie soll bezahlbare Mieten versinnbildlichen.
Den gesetzlichen Mindestlohn covert das Arbeitspaar einer Putzkolonne im Flur eines großen Gebäudes.
Und abschließend: Im Motiv „Wir für ein Alter ohne Armut“ steht ein rüstiges älteres Paar vor einem neuen Mehrfamilienhaus.

Das ist alles klar und lebendig gemacht.
Dumm nur, dass die Parteien – Konkurrenz diese Themen ganz fies für sich übernommen hat.
Trittbrettfahrer! Tönte es zurecht aus SPD-Kreisen.

Was widerum Teil zwei der SPD-Kampagne auslöste:
Ein CDU – Bashing, das aus dem Innersten kommt und visuell „Rache“ brüllt.

Zünftig werden die zeitgenössischen Schwächen der Regierungskoalition vorgeführt:

Im ersten Farbfoto sieht man die Kanzlerin im Gespräch mit ihren aktuellen Problem-Figuren, Thomas de Mazière und Roland Pofalla. „Merkels Kompetenzteam?“ ist süffisant mit Fragezeichen zu lesen.
Ein weiteres Farbfoto zeigt die Kanzlerin in Ihrer Handtasche kramend. „Privatsphäre – Neuland für Merkel?“ kommentiert die Bildunterschrift schadenfroh.
Und last but not least, richtig gemein: Die Kanzlerin im Bundestags – Sekundenschlaf, dahinter ein grübelnder Wirtschaftsminister. „Beste Regierung seit der Einheit?“ lautet die konterkarierende Frage.

Fazit: Für ihre prekäre Wahlkampfsituation schlägt sich die SPD ganz tapfer. Die parteigebundene Häme würzt die Kampagne erst richtig und rückt die Partei in ein lebendiges Licht.

Denn wie sagte der französische Autor Michel Houllebecq einmal so treffend: „Seien Sie Mensch. Seien sie gemein.“

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