Von Claus Bach, 4. September 2013, 11:05 Uhr

…informiere Dich! Das verkündet das Großplakat der Piratenpartei zur Bundestagswahl und bringt die Angelegenheit am deutlichsten auf den Punkt. Lies das Kleingedruckte hinter dem Cover.
Diese Art visuelle Selbstironie lässt die gesamte Parteienkonkurrenz hinter sich.

Und ist schon jetzt zur Mutter aller Wahlplakate geworden.

Kommentar überflüssig. Eine offenere Aufforderung zum Weiterdenken hat so noch niemand im Vorfeld einer Bundestagswahl plakatiert.

Überhaupt fallen die Piraten mit ihrer gesamten Sichtwerbung am Straßenrand markant auf.
Selbst die Kandidatenporträts bleiben durch ihre lebendig fotografierte Art lang im Gedächtnis. Zusammen mit den bunten Spruchbändern wirken die Poster im ersten Moment wie Titelseiten eines Comics.

Als ob Supermänner – und Frauen ziemlich lädiert in der Realität gelandet sind und sich nun vorstellen. Starker Tobak.

Auch die Texte sind es: „Aufrichtig anders“ steht unter einem Kandidatenbewerber.
Oder „Stell Dir vor, Du wirst gefragt“. Das nimmt selbst ein engagierter Nichtwähler wahr.

Kindisch, aber treffend wird es dann beim Spruch „Piraten wählen. Traust Du Dich ja eh nicht“.

Doch auch die Themenplakate der Partei erzeugen die weitaus größte Aufmerksamkeit. Streckenweise wirken sie wie Sichtwerbung aus den sechziger Jahren. Besetzt mit zeitgenössischen Inhalten. Sellbst ein kleiner Hund wird dabei mal zum Hauptmotiv.

Fazit: Die lebendige und grelle Kampagne der Piratenpartei steht einsam konkurrenzlos an der Spitze des diesjährigen Wahlbilderkampfes. Es gibt keine, aber auch keine andere Partei, deren Kampagne annähernd authentisch und dabei noch erfrischend durchtrieben ist. Ohne albern zu werden.

Da kann höchstens noch das geklonte Steinbrückmerkel-Porträt mithalten, welches seit einigen Tagen im Netz kursiert.

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