Von Claus Bach, 14. Juli 2010, 11:26 Uhr

…ist es ratsam, sich rechtzeitig über das geplante Reiseziel kundig zu machen. Also her mit dem Reiseführer. Am wichtigsten sind freilich die vermeintlichen ortsbezogenen Tipps „abseits der Touristenströme“. Schließlich will man nicht in jeder Touristenschafherde verenden. Doch dann kommt es, wie es kommen muss: Längst sind die vermeintlichen Geheimtipps zur Touristenfalle mutiert.

Diese und ähnliche Erfahrungen hat der Autor Dietmar Bittrich nun ironisch in einem Buch verarbeitet: „1000 Orte, die man knicken kann“ heißt es. Und man ahnt es schon: Fast alle populären Urlaubsorte – und Metropolen kriegen ihr Fett weg:

Kultiger Hubschrauberflug über New York gefällig? Ja nicht! Denn laut Autor kosten zehn Flugminuten schlappe 70 Euro pro Nase. Inclusive Kampf um die Fensterplätze. Freilich ohne eigenen Fotoapparat. Fotos gibt’s für extra Kohle vom mitfliegenden Profifotografen. Mona Lisa im Pariser Louvre angucken? Der reinste Stress – vor lauter Touristenköpfen sieht man das kleine Bild gar nicht und braucht ordentlich Geduld. Die Goldene Stadt“ Prag ist vor allem für Ihre Taschendiebe golden. Der Markusplatz in Venedig müßte eigentlich in Touristen-Sammelplatz umbenannt werden. Wenn er nicht schon so romantisch von den ansässigen Tauben zugeschissen wurde. Bevor man ins „Tal der Könige“ in Ägypten vordringt, muss man einen qualvollen Souvenir-Parcours durchlaufen. Distanz der touristischen Todesmeile mit vielen „Ramsches“: 500 Meter. Und die können länger sein als man es wahr haben möchte. Die Inka – Ruinenstadt Machu Picchu in Peru verkommt infolge fehlender Toiletten zur müffelnden Freiluft – Kloake. Und so weiter. Die Aufzählung trägt freilich auch amüsante Züge. Aber neben dem ironischen Spektakel schafft dieses kleine Buch eines: Auf trockene Weise führt es den organisierten touristischen Flurschaden vor. Und obwohl wir all das wissen, ist es umso bedrückender. Da sollte man eigentlich gar nicht mehr wegfahren – oder halt sehr sehr viel Energie in die Urlaubsplanung stecken. Denn spontan und schnell ist offensichtlich nicht nur teuer, sondern auch schädlich. Besagtes Buch ist im Rowolt-Verlag erschienen und ist mit 8,50 € auch ein Schnäppchen.

Kultiger Hubschrauberflug über New Yorks Manhattan gefällig? Vorsicht! Denn laut Autor kosten zehn Flugminuten schlappe 70 Euro pro Nase. Inclusive Kampf um die Fensterplätze. Freilich ohne eigenen Fotoapparat. Denn Fotos gibt’s für extra Kohle vom Profifotografen.
Mona Lisa im Pariser Louvre angucken? Der reinste Stress – vor lauter Touristenköpfen sieht man das kleine Bild gar nicht und braucht ordentlich Geduld.
Die „Goldene Stadt“ Prag ist vor allem für Ihre Taschendiebe golden.
Der Markusplatz in Venedig müßte eigentlich in Touristen-Sammelplatz umbenannt werden. Wenn er nicht schon so romantisch von den ansässigen Tauben zugeschissen wurde.
Bevor man ins „Tal der Könige“ in Ägypten vordringt, muss man einen qualvollen Souvenir-Parcours durchlaufen. Distanz der touristischen Todesmeile mit vielen „Ramsches“: 500 Meter. Und die können länger sein als man es wahr haben möchte.
Die Inka – Ruinenstadt Machu Picchu in Peru verkommt infolge fehlender Toiletten zur müffelnden Freiluft – Kloake. Und so weiter.

Aber neben dem ironischen Spektakel schafft dieses kleine Buch eines: Auf trockene Weise führt es den organisierten touristischen Flurschaden vor. Und weil wir das alles wissen, ist es umso bedrückender. Da sollte man eigentlich gar nicht mehr wegfahren – oder halt sehr, sehr viel Energie in die Urlaubsplanung stecken. Denn spontan und schnell ist offensichtlich nicht nur teuer, sondern auch schädlich.

Besagtes Buch ist im Rowolt-Verlag erschienen und auch mit 8,50 € ein Schnäppchen.

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