Vor Urlaubsantritt

…ist es rat­sam, sich rechtzeitig über das geplante Reiseziel kundig zu machen. Also her mit dem Reise­führer. Am wichtig­sten sind freilich die ver­meintlichen orts­be­zo­ge­nen Tipps „abseits der Touris­ten­ströme“. Schließlich will man nicht in jeder Touris­ten­schafherde veren­den. Doch dann kommt es, wie es kom­men muss: Längst sind die ver­meintlichen Geheimtipps zur Touris­ten­falle mutiert.

Diese und ähn­liche Erfahrun­gen hat der Autor Diet­mar Bit­trich nun iro­nisch in einem Buch ver­ar­beitet: „1000 Orte, die man knicken kann“ heißt es. Und man ahnt es schon: Fast alle pop­ulären Urlaub­sorte – und Metropolen kriegen ihr Fett weg:

Kultiger Hub­schrauber­flug über New York gefäl­lig? Ja nicht! Denn laut Autor kosten zehn Flug­minuten schlappe 70 Euro pro Nase. Inclu­sive Kampf um die Fen­ster­plätze. Freilich ohne eige­nen Fotoap­pa­rat. Fotos gibt’s für extra Kohle vom mit­fliegen­den Profi­fo­tografen. Mona Lisa im Pariser Lou­vre angucken? Der rein­ste Stress – vor lauter Touris­tenköpfen sieht man das kleine Bild gar nicht und braucht ordentlich Geduld. Die Gold­ene Stadt“ Prag ist vor allem für Ihre Taschendiebe golden. Der Markus­platz in Venedig müßte eigentlich in Touris­ten-Sam­melplatz umbe­nannt wer­den. Wenn er nicht schon so roman­tisch von den ansäs­si­gen Tauben zugeschissen wurde. Bevor man ins „Tal der Könige“ in Ägypten vor­dringt, muss man einen qualvollen Sou­venir-Par­cours durch­laufen. Dis­tanz der touris­tis­chen Todesmeile mit vie­len „Ram­sches“: 500 Meter. Und die kön­nen länger sein als man es wahr haben möchte. Die Inka – Ruinen­stadt Machu Pic­chu in Peru verkommt infolge fehlen­der Toi­let­ten zur müf­fel­nden Freiluft – Kloake. Und so weiter. Die Aufzäh­lung trägt freilich auch amüsante Züge. Aber neben dem iro­nis­chen Spek­takel schafft dieses kleine Buch eines: Auf trock­ene Weise führt es den organ­isierten touris­tis­chen Flurschaden vor. Und obwohl wir all das wis­sen, ist es umso bedrück­ender. Da sollte man eigentlich gar nicht mehr weg­fahren – oder halt sehr sehr viel Energie in die Urlaub­s­pla­nung stecken. Denn spon­tan und schnell ist offen­sichtlich nicht nur teuer, son­dern auch schädlich. Besagtes Buch ist im Rowolt-Ver­lag erschienen und ist mit 8,50 € auch ein Schnäp­pchen.

Kultiger Hub­schrauber­flug über New Yorks Man­hat­tan gefäl­lig? Vor­sicht! Denn laut Autor kosten zehn Flug­minuten schlappe 70 Euro pro Nase. Inclu­sive Kampf um die Fen­ster­plätze. Freilich ohne eige­nen Fotoap­pa­rat. Denn Fotos gibt’s für extra Kohle vom Profi­fo­tografen.
Mona Lisa im Pariser Lou­vre angucken? Der rein­ste Stress – vor lauter Touris­tenköpfen sieht man das kleine Bild gar nicht und braucht ordentlich Geduld.
Die »Gold­ene Stadt“ Prag ist vor allem für Ihre Taschendiebe golden.
Der Markus­platz in Venedig müßte eigentlich in Touris­ten-Sam­melplatz umbe­nannt wer­den. Wenn er nicht schon so roman­tisch von den ansäs­si­gen Tauben zugeschissen wurde.
Bevor man ins „Tal der Könige“ in Ägypten vor­dringt, muss man einen qualvollen Sou­venir-Par­cours durch­laufen. Dis­tanz der touris­tis­chen Todesmeile mit vie­len „Ram­sches“: 500 Meter. Und die kön­nen länger sein als man es wahr haben möchte.
Die Inka – Ruinen­stadt Machu Pic­chu in Peru verkommt infolge fehlen­der Toi­let­ten zur müf­fel­nden Freiluft – Kloake. Und so weiter.

Aber neben dem iro­nis­chen Spek­takel schafft dieses kleine Buch eines: Auf trock­ene Weise führt es den organ­isierten touris­tis­chen Flurschaden vor. Und weil wir das alles wis­sen, ist es umso bedrück­ender. Da sollte man eigentlich gar nicht mehr weg­fahren – oder halt sehr, sehr viel Energie in die Urlaub­s­pla­nung stecken. Denn spon­tan und schnell ist offen­sichtlich nicht nur teuer, son­dern auch schädlich.

Besagtes Buch ist im Rowolt-Ver­lag erschienen und auch mit 8,50 € ein Schnäp­pchen.