Vorgeplänkel

Obwohl die 13. Doc­u­menta erst am kom­menden Fre­itag eröffnet wird, hat sie im Vor­feld schon für einen ersten Skan­dal gesorgt. Und das höch­st­selbst von Ihrer Kura­torin Car­olyne Chris­tov-Bakargiev.

Die näm­lich fühlt sich bedroht von der Konkur­renz. Wenn man so will. Denn gegenüber dem berühmten Museum Frid­eri­cianum stellt seit eini­gen Tagen der Kün­stler Stephan Balken­hol in einer Kirche aus. Genauer gesagt in der katholis­chen Kirche Sankt Elis­a­beth:

Im Glock­en­turm instal­lierte der Kün­stler eine männliche Holz­figur mit aus­ge­bre­it­eten Armen, die auf einer gold­e­nen Kugel bal­anciert. Fast wie eine Wet­ter­fahne, die sich nach der entsprechen­den Win­drich­tung dreht. Klas­sisch hin­ter­sin­nig gedacht.

Frau Chris­tov-Bakargiev sieht nun durch dieses Erschei­n­ungs­bild ihr Doc­u­menta-Konzept hin­ter­trieben. Es ver­letze Ihren Ver­trag mit der Stadt Kas­sel: Der sichert ihr ange­blich das alleinige Gestal­tungsrecht des öffentlichen Stad­traumes zu.

Das muss sie allerd­ings etwas zu wörtlich genom­men haben. Denn Kirchen­raum ist kein öffentlicher Raum. Sei­ther tobt nun ein Kul­turkampf in Kas­sel. Bei dem allerd­ings die Doc­u­menta – Chefin ziem­lich alt aussieht:

Ein­mal mehr behar­rte sie auf ihrem Stand­punkt. Und lieferte keine wirk­liche Begrün­dung. Was auch durch ständi­ges Wieder­holen der­sel­ben State­ments nicht besser wurde. Eher schlechter. Enthemmter Öko-Stal­in­is­mus der rein­sten Art. Dabei ist es um Län­gen besser, die Angele­gen­heit als Her­aus­forderung zu begreifen. Denn Kunst im öffentlichen Raum hat bekan­ntlich schon immer von Rei­bung gelebt.

Stattdessen ben­immt sich die doc­u­menta-Kura­torin wie eine ver­staubte Kul­tur­gou­ver­nante. Zün­ftig aus der Zeit gefallen.

Doch eines ist dabei neu: Erst­mals beschw­ert sich eine Ausstel­lungsku­ra­torin aus­gerech­net bei der katholis­chen Kirche über ein Kunst­werk. Bisher war es stets ander­srum.

Das kann ja noch heiter wer­den.