Von Claus Bach, 16. Dezember 2009, 11:26 Uhr

…für die hundert wichtigsten Thüringer des Jahres 2009. So titelte die „Thüringer Allgemeine“ am letzten Wochenende und präsentierte die endgültige Auswahl auf Seite drei ihres Blattes. Zum zweiten Mal wurde dieses Voting zelebriert. Mit deutlich größerer Resonanz als im Vorjahr – so die Feststellung der Redaktion.
Und auch einer visuellen Veränderung: Während man im Internet noch in das Antlitz des bedrohlich blickenden „Unkle Sam“ mit Thüringen-Wappen auf blauem Zylinder schauen mußte, begnügte sich die Druckausgabe mit dem Bild eines roten Vorhanges, den zwei Hände öffneten.

Zum eigentlichen Abstimmungsergebnis ließe sich eine Menge und gleichzeitig nichts sagen – freilich besteht die Spitzengruppe der ersten zehn „wichtigsten Thüringer“ aus der so typischen Melange üblicher Verdächtiger: Vier medial besonders auffällige Politiker, eine Sportlerin, ein erfolgreicher Künstler, ein Geschäftmann und eine Kunsthistorikerin. Das wundert nicht und war zu erwarten. Die richtige Würze allerdings kriegt so eine Sache selbstverständlich durch die Überraschungen:

So ist denn auf Platz eins der Lebensretter eines kleinen Babys gewählt worden. Das ist ein wahrer Klassiker. Und noch dazu mit kasachischem Migrations-Hintergrund. Also zwei taktische Fliegen mit einer Klappe. Allerdings hätte mit Sicherheit jeder andere Thüringer auch so gehandelt. Unterlassene Hilfeleistung ist schließlich eine Straftat. Doch so geht die die simple Frage, was das nun mit herausragender Lebensleistung zu tun hat, weit über die politisch – humanistische Unkorrektheit hinaus. Also 15 Minuten Ruhm, die buchstäblich nicht totzukriegen sind.

Und bei einem zünftigen Voting dürfen auch die kleinen Skandale nicht fehlen: Ein Kamikaze – Umweltaktivist schaffte es ebenfalls unter die ersten zehn. Der brachte es immerhin fertig, vermeintliche Genmais –Felder zu rupfen und sich dann mutwillig einsperren zu lassen. Freilich mit der sicheren Gewißheit, dass er dank bekannten Szene – Backgrounds nicht lange brummen musste.

Eigentlich hätte er Platz eins verdient, als wichtigster Thüringer. Denn schließlich schafft es nicht gleich jeder, die eigene Lobby derart schlau für die Selbstprofilierung zu manipulieren. Das waren hart erkämpfte 15 Minuten Ruhm.

Und was sagt uns dass? Thüringer Alt – und Jungpromis, zieht Euch warm an.
Die „Thüringer Allgemeine“ hat ihre Augen und Ohren überall.

So titelte die „Thüringer Allgemeine“ am letzten Wochenende und präsentierte die endgültige Auswahl auf Seite drei ihres Blattes. Zum zweiten Mal wurde dieses Voting zelebriert. Mit deutlich größerer Resonanz als im Vorjahr – so die Feststellung der Redaktion. Und auch einer visuellen Veränderung: Während man im Internet noch in das Antlitz des bedrohlich blickenden „Unkle Sam“ mit Thüringen-Wappen auf blauem Zylinder schauen mußte, begnügte sich die Druckausgabe mit dem Bild eines roten Vorhanges, den zwei Hände öffneten. Zum eigentlichen Abstimmungsergebnis ließe sich eine Menge und gleichzeitig nichts sagen – freilich besteht die Spitzengruppe der ersten zehn „wichtigsten Thüringer“ aus der so typischen Melange üblicher Verdächtiger: Vier medial besonders auffällige Politiker, eine Sportlerin, ein erfolgreicher Künstler, ein Geschäftmann und eine Kunsthistorikerin. Das wundert nicht und war zu erwarten. Die richtige Würze allerdings kriegt so eine Sache selbstverständlich durch die Überraschungen. Logisch. So ist denn auf Platz eins der Lebensretter eines kleinen Babys gewählt worden. Das ist ein wahrer Klassiker. Und noch dazu mit Migrationshintergrund. Also zwei taktische Fliegen mit einer Klappe. Allerdings hätte mit Sicherheit jeder andere Thüringer auch so gehandelt. Unterlassene Hilfeleistung ist schließlich eine Straftat. Doch so geht die die simple Frage, was das nun mit herausragender Lebensleistung zu tun hat, weit über die politisch – humanistische Unkorrektheit hinaus. Also 15 Minuten Ruhm, die buchstäblich nicht totzukriegen sind. Und auch die kleinen Skandale dürfen bei einem zünftigen Voting nicht fehlen: So findet sich denn ein Kamikaze – Umweltaktivist unter den ersten zehn. Der brachte es immerhin fertig, vermeintliche Genmais –Felder zu rupfen und sich dann mutwillig einsperren zu lassen. Freilich mit der sicheren Gewißheit, dass er dank bekannten Szene – Backgrounds nicht lange brummen musste. Eigentlich hätte er Platz eins verdient, als wichtigster Thüringer. Denn schließlich schafft es nicht gleich jeder, die eigene Lobby derart schlau für die Selbstprofilierung zu manipulieren. Das waren hart erkämpfte 15 Minuten Ruhm. Und was sagt uns dass? Thüringer Alt – und Jungpromis, zieht Euch warm an.
Die „Thüringer Allgemein e“ hat ihre Augen und Ohren überall.

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