Von Claus Bach, 4. Juni 2014, 11:05 Uhr

Im Oktober 2008 wurde der Vertrag zum Verkauf des Hauses der Frau von Stein aus dem Besitz der Stadt Weimar an den „Königlichen Kunstzirkel“ unterzeichnet.
Für den Zirkel signierte damals der spanische Kunstsammler Joan Xavier Bofill. Sein Nutzungskonzept für das Haus sah unter anderem die Einrichtung einer Dauerausstellung von Werken des Künstlers Salvator Dali vor.

Aber darauf wird wohl noch länger zu warten sein. Denn nach fast sechs tatenlosen Jahren wird erstmal das Dach des Gebäudes saniert. Und kein Mensch weiß, wann der Surrealismus über die Kleinstadt an der Ilm kommen wird.

Die Transformation der Stadt vom Toten – Dichterkult zum Toten – Künstlerkult des 21. Jahrhunderts braucht seine Zeit.
Im übrigen hat so was schon mal in Thüringen stattgefunden, wenngleich auch nur temporär. Im Jahre 1992 zeigte der Kunstverein „Apolda Avantgarde“ die erste Salvator Dali – Ausstellung im neuen Bundesland. Mit großem Publikumserfolg. Die Ausstellung wurde verlängert.

Zu sehen waren damals kleinere grafische und plastische Arbeiten, wovon sich letztere später als industriell gefertigte Kopien herausstellten. Doch das soll die Vorfreude auf das Oevre des prominenten Surrealisten in Weimar keineswegs trüben. Im Gegenteil: Viele Kopien verderben eben nicht mehr den Brei. Sie sind heute selbstverständlicher Teil des Kunstprozesses – In einer Welt, der ohnehin die Originale abhanden gekommen oder schlicht unbezahlbar geworden sind.

Indes darf getrost bezweifelt werden, ob in naher Zukunft überhaupt ein Werk des berühmten spanischen Künstlers vor Ort zu sehen sein wird.

Was nur die eine Schlussfolgerung zulässt: Der Weg ist wieder einmal das Ziel.

Die Endlos – Baustelle namens Haus der Frau von Stein ist gelebter Surrealismus.
Hier wird Dalis berühmtes Bild der zerfließenden Uhren in steinerne Realität transformiert.

Das ist doch mal was. Siehe Samuel Becketts Roman „Warten auf Godot“
Letzterer kam auch nie an.

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