Was ist das?

Es ist schwarz, etwa drei Zen­time­ter dick und sieht wie ein quergelegtes dun­kles Fen­ster ohne Klinke aus…Richtig! Es ist ein Flach­bild­schirm, welcher in Pri­vathaushal­ten am Anten­nenan­schluss oder DVD-Player zu finden ist. Let­zterer wird beson­ders gern zur Ausstel­lung­spräsen­ta­tion zeit­genös­sis­cher Kunst genom­men. So auch vor Ort, in der Pro­jek­tschau „Citymap / Weimar-Sara­jevo“ in den Keller­räu­men des Neuen Muse­ums.

Zur Muse­um­snacht begeg­nete man hier allerd­ings einem weit­eren Phänomen: Auf min­destens zwei Flatscreens blinkte ein­sam ein Standby-Sig­nal. Nichts passierte. Da stand man nun rat­los vor den dunkel dahin düm­pel­nden Riesen­bild­schir­men. Eine Frech­heit, der­maßen ver­arscht zu wer­den. Ordinärer Ausstel­lungs-Dilet­tan­tismus.

Da hatte jemand schlicht keine Ahnung oder war zu faul, die DVD für den End­los-Modus zu schreiben und einen Test­lauf zu starten. Offen­sichtlich fühlte sich kein Aas ver­ant­wortlich. Ist ja auch nur eine Grup­pe­nausstel­lung in stu­den­tis­cher Eigen­ver­wal­tung.

Dabei wurde sie erst vor eini­gen Tagen eröffnet und von einer intel­li­gen­ten Idee getra­gen: „…Ver­schiedene Kura­toren ver­suchen den Trans­fer des öffentlichen Raumes der Stadt Sara­jevo in die Ausstel­lungsräume…“, so das Konzept. Schade drum.

Doch lei­der ist das kein Einzelfall. Denn die let­zte Ausstel­lung dieser Reihe hatte genau diesel­ben Macken.

Die waren dann allerd­ings zün­ftig gereift und nah­men pro­por­tional zum Ende der Schau zu. So blickte man in zwei funk­tion­sun­tüchtige schwarze Flatscreens und einen dunkel rauschen­den Beamer. Des weit­eren waren zwei hil­f­los vor sich hin hack­ende Karus­sell-Diapro­jek­toren auszu­machen. Das war ulkig und span­nen­der als die eigentliche Präsen­ta­tion. Die hatte es auch in sich: Denn von den Keller­wän­den des  Neuen Muse­ums roll­ten sich die schlampig aufge­zo­ge­nen Fotos wie die Käs­escheiben. Da verg­ing einem freilich die Lust, sich auch nur ansatzweise mit den Inhal­ten der Schau zu beschäfti­gen. Die hieß übri­gens „Import-Export / From Moldovia With Love“ und geriet eher zu einer illus­tren Verd­inglichung der Chaos­the­o­rie.

Offen­sichtlich ist diese Ausstel­lungsreihe enorm auf die Vorstel­lungskraft ihrer Besucher fokussiert. Und wer da nicht mitkommt, hat eben keine. Mit anderen Worten: „Alle doof, außer uns!“ Jugend forscht – aber enthemmt, alter Finne!